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03.12.2016 - 20:17
Foto: Sony Music

Heino lässt es krachen - vom Schlager zum Metal

06.12.2014, 17:00
"Blau blüht der Enzian" war gestern – Heino macht jetzt Hardrock. Die "Krone" hat mit dem Schlagerstar über den Genre-Wechsel, Erfolg, Kritiker und die ewige Liebe gesprochen. Der 75-Jährige weiß, wie man sich auch im gesetzteren Alter jüngeres Publikum erspielen kann.

Eigentlich gehörte Heino  längst zum alten Eisen, sein Coolness- Faktor lag mehr im lauwarmen Bereich. Doch dann bewies er Gespür und Ironie – und interpretierte auf "Mit freundlichen Grüßen" die Lieder seiner deutlich jüngeren deutschen Pop- Kollegen. Die fanden das zwar wenig witzig – aber die Fans störte das nicht.

Binnen kürzester Zeit brach das Album Download- Rekorde – und der Mann mit der Sonnenbrille war Kult und brachte beim Heavy- Metal- Mekka Wacken an der Seite von Rammstein die Massen zum kollektiven Auszucken. Nun legt der 75- Jährige noch eins drauf – und nahm seine eigenen Hits im echt harten Soundgewand auf. Jetzt heißt's "Schwarz blüht der Enzian" auf CD.

"Krone": Hätten Sie mit dem unfassbaren Erfolg Ihres letzten Albums
je gerechnet?
Heino: Die Medien haben immer geschrieben, dass ich nur für alte Leute singe. Aber das stimmte gar nicht, zu meinen Konzerten sind auch junge gekommen – die meinten: "Mach doch mal ein Album für uns." Also habe ich mich mit meinem halb so alten Manager zusammengesetzt, und er hat mir einige Titel vorgeschlagen, die meisten kannte ich gar nicht. Die habe ich dann so gesungen, wie ich mir das vorgestellt habe. Und in wenigen Monaten hat sich mein Publikum um 40 Jahre verjüngt.

"Krone": Nicht alle Reaktionen waren positiv, die "Bild"- Zeitung meinte gar: "Darf Heino das überhaupt, Popmusik?"
Heino: Die einzelnen Interpreten haben es nicht ganz verstanden, viele haben mich beschimpft – da kommt ein 75- Jähriger und will mit uns mitmischen, was soll denn das? Und auch die Plattenfirma hat gefragt, wer das denn kaufen soll. Ich wusste es auch nicht. Plötzlich war es ein Riesenerfolg und ich Download- König. Da sieht man, dass die Jugend wesentlich toleranter ist als viele Rocker selbst. Das freut mich sehr.

"Krone": Jetzt sind Sie zum Hardrocker mutiert – und haben Ihre Hits ziemlich lautstark eingespielt. Wieso das?
Heino: Die Jungen wollten auch meine alten Hits hören. Die sind zurzeit aber eben nicht mehr so trendig, die Musik heute ist nicht mehr so melodiös wie früher. Also habe ich beschlossen, sie im Heavy- Metal- Gewand aufzunehmen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, auch wenn ich zugeben muss, dass es schon ziemlich laut war. (lacht)

"Krone": Sie sind erstaunlich fit für Ihr Alter – was ist Ihr Geheimnis?
Heino: Ich fühle mich nicht so alt, wie ich bin. Wichtig ist einfach, dass man sich nicht zu Hause hinsetzt und auf seine Rente wartet.  Udo Jürgens ist ja auch so – der ist dauernd unterwegs. Wir sind gut befreundet und ich weiß, dass er auch ständig mit jungen Menschen zusammen ist – das hält jung.

"Krone": Nächstes Jahr feiern Sie Ihr 50- Jahre- Jubiläum und stellen die Tour unter das Motto "Verspottet, belächelt, beschimpft – Kult". Hat Sie die Kritik an Ihrer Person nie verletzt?
Heino: Die Beschimpfungen haben mich nie gekümmert. Ich habe mir meine Fans erobert – und sie sind mir geblieben. Aber dass ich 50 Jahre auf der Bühne stehen werde, hätte ich mir nie gedacht.

"Krone": Vergangenes Jahr hat Sie Jan Delay in einem Interview als
Nazi bezeichnet – dagegen haben Sie sich allerdings schon gerichtlich gewehrt.
Heino: Das hat mich schon sehr gestört. Was er mir vorgeworfen hat, zeigt einfach nur, dass er sich mit Geschichte nicht auskennt.  Er musste dafür 20.000 Euro Strafe zahlen, die habe ich an eine gemeinnützige Organisation gespendet. So etwas darf man einfach nicht sagen, das ist dumm. Und wer dumm ist, muss eben bestraft werden.

"Krone": Nicht nur Ihre Karriere währt lange, auch Ihre Ehe mit Hannelore...
Heino: Genau, wir sind seit 36 Jahren verheiratet. Und ich hoffe, dass sie noch die nächsten 20 Jahre an meiner Seite sein wird. Sie ist das Allerwichtigste in meinem Leben.

"Krone": Gibt es ein Rezept für eine lange Ehe?
Heino: Das weiß ich nicht. Man muss sich einfach gut verstehen –  das hat bei uns immer gut funktioniert.

"Krone": Sie ist ja Österreicherin und Sie sind gemeinsam viel in Kitzbühel. Sind Sie schon ein bisschen österreichisch?
Heino: Ich fühle mich bei euch sehr wohl und habe hier viele Freunde, Kitzbühel ist meine zweite Heimat geworden. Wir feiern dort auch  Weihnachten – mit einem schönen großen Baum. Unter dem hören wir dann Heino- Platten. Allerdings die alten, nicht die neue. Das wäre nicht so besinnlich.

06.12.2014, 17:00
Franziska Trost, Kronen Zeitung/frö
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