Di, 24. April 2018

Gericht

25.01.2018 10:51

Raub-Mord: Ein Jahr weniger Strafe

Es war ein heimtückischer und grausamer Mord: Der Serbe Aleksandar M. (30) ist am 9. Juli 2016 in seiner Wohnung im Bahnhofsviertel geknebelt, gefesselt, geschlagen und brutal erwürgt worden. Höchststrafe! Beim Berufungsprozess wurden die Strafen um ein Jahr gesenkt: 14 Jahre für den Mörder, 11 für den Komplizen.

Fünf Justizwachebeamte brachten die Schwerverbrecher in den Verhandlungssaal. Dort fragte Vorsitzender Günther Winsauer die Syrer, warum denn die Strafen zu hoch seien. "Weil ich keine Absicht hatte, zu töten", entgegnete Abdulrahman Wahab. "Ich wurde als Mörder hingestellt, habe aber nur einen Raub begangen", meinte Komplize Muhanned Salal (beide 20) und verlangte die halbe Strafe.

Dessen Pflichtverteidiger Georg Zechbauer sprach sogar von "Leichtsinn". Für Staatsanwältin Herta Stix "sicher nicht das richtige Wort". Es war eine "äußerst brutale Vorgangsweise".

An jenem Juli-Tag wollte das Duo den gutgläubigen Mann ausrauben. Dabei tötete ihn Wahab mit einem Unterarm-Würgegriff. Ein "qualvoller Tod", so der Gerichtsmediziner. Die Leiche legten sie in die Badewanne. Danach räumten sie die Wohnung leer. Selbst Winsauer befand, dass der Gesinnungs- und Handlungsunwert "absolut im oberen Bereich" angesiedelt ist.

Deshalb sind Haftstrafen von 14 Jahren für Wahab (Mord, schwerer Raub, schwere Erpressung) und 11 Jahren für Salal (Raub mit Todesfolge, schwere Erpressung) "angemessen". Beide müssen dem Vater des Toten 35.000 € Schmerzensgeld zahlen. Die Witwe bekommt von Wahab 25.000 €. Vertreten wurden die Angehörigen von Stefan Rieder (Weißer Ring).

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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