Di, 21. November 2017

Menschen in Salzburg

14.10.2017 16:26

Die Wahl im Internet

Peter Kurz ist in der Landes-Statistik Meister aller digitalen Berechnungen zur Wahl: Er "füttert" den Computer schon seit Wochen mit Daten.

Früher musste alles noch von Faxnachrichten aus den einzelnen Sprengeln Zahl für Zahl abgetippt werden: Jetzt laufen die Wahldaten in der EDV zusammen. Die Gemeinden speisen das System. Peter Kurz kennt auch noch die "alten Zeiten": Seit 2008 ist der Mathematiker und Informatiker schon im Team der Landesstatistik. Gleich vorweg: "Sebastian Kurz ist nicht mein Cousin", scherzt der gebürtige Tiroler.

An gewöhnlichen Büro-Tagen erstellt er Berechnungen zu Geburten- und Sterbedaten, bearbeitet eine Tourismusdatenbank oder programmiert neue Tools für den Asylreport.

Doch Wahlzeiten sind anders. Spannend, schon Wochen davor. Peter Kurz "füttert" den Computer schon im Vorfeld mit Unmengen von Daten: Die Wahlberechtigten (395.720 sind es in Salzburg), Öffnungszeiten der Wahllokale, Ergebnisse der letzten Stimmabgabe, und, und, und

"Am spannendsten sind die ersten zehn Minuten von 17 bis 17.10 Uhr", sagt der Wahl-Halleiner. Erste Hochrechnungen bannen dann auch den Vollblutmathematiker. "Wie sehr halten sie? Kommt noch eine Trendumkehr?"

Die Daten müssen nach dem Wirrwarr rund um die Präsidenten-Wahl im Vorjahr streng gehütet werden bis zum Schluss. Früher darf Peter Kurz keinesfalls "aufs Knopferl" drücken. "Zum ersten Mal haben wir auch einen Livestream", sagt er über Daten und Fakten, die dann topaktuell auf der Homepage des Landes und auf sozialen Netzwerken zu verfolgen sind. Für die Statistiker, Informatiker und das Landes-Presseteam ist das auch ein Testlauf für die nächste Landtagswahl.

Die Welt der Zahlen war immer schon seine. Rechenkönig wurde in der Volksschule nie jemand anderer. Der Vater, ein Mathematik-Lehrer, gab das Zahlen-Gen offenbar weiter. Und die digitale Welt bestimmt auch das private Glück mit: Seine Frau ist Softwareentwicklerin. "Natürlich stehen bei uns daheim einige Bildschirme", lacht er.

Der Wahltag wird für ihn ein langer: "Abschließend wird dann noch ein Bericht erstellt." Früher saß das Team darüber oft bis in die frühen Morgenstunden, um alles gleich aufzuarbeiten und zu vergleichen. Im digitalen Zeitalter mit Informationsflut auf allen Kanälen hat das Werk aber nur noch Dokumentationswert.

An richtige Daten-Pannen bei den letzen Wahlen kann er sich nicht erinnern. "Nur einmal", erzählt Kurz, "war ich der erste, der die Briefwahl-Ergebnisse aller Bundesländer am Montag gleich auf die Homepage gestellt hat." Sämtliche Zeitungen verlinkten auf die Seite, bis sie sich verabschiedete

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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