So, 19. November 2017

Wollen mitbestimmen

12.10.2017 06:01

So stimmen Österreichs Jungwähler am 15. Oktober

Österreichs Jugendliche stehen vor der Qual der Wahl - sie haben oft Schwierigkeiten, sich für die richtige Partei zu entscheiden. Eines steht aber fest: Wählen gehen sie auf jeden Fall! Die "Krone" hat sich umgehört.

Bei der Nationalratswahl 2017 sind so viele Menschen stimmberechtigt wie schon lange nicht mehr - unter ihnen auch rund 300.000 Junge, die zum ersten Mal zur Urne schreiten. Und mit den immer mehr werdenden Jungwählern wächst auch ihre Motivation, die politische Zukunft unseres Landes mitzugestalten.

Eine Studie der Universität Wien zum Thema "Wählen mit 16 bei der Nationalratswahl 2013", für die 817 Menschen unter 30 befragt wurden, ergab wenig überraschend, dass die Vorbereitung auf Wahlen bei den Jungen in Familie und Schule stattfindet. Das politische Interesse von Jugendlichen wird stark von dem ihrer Eltern beeinflusst. Detail: Seit der Senkung des Wahlalters spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Nachdenklich macht, dass sich Lehrlinge weniger mit der aktuellen Politik befassen als Schüler. Egal ob in der Vorbereitung oder bei der Wahlteilnahme - bereits im sehr jungen Alter tut sich hier eine große Kluft in der Gesellschaft auf.

Experten erwarten höhere Wahlbeteiligung
Bei der letzten NR-Wahl wählten nur 63 Prozent der 16- und 17-Jährigen. Für heuer erwarten sich Experten eine höhere Wahlbeteiligung bei den Jungen, weil das politische Interesse von Erstwählern seither gestiegen ist. Das ergab auch eine österreichweite Umfrage der "Krone". Übrigens: Laut dem "Jugend Trend Monitor" liegen ÖVP und FPÖ bei den 14- bis 29-Jährigen vorne, dann folgen SPÖ, Grüne und NEOS.

Ines Ottenschläger (19) aus Unterolberndorf (Niederösterreich): "Wenn ich schon die Möglichkeit bekomme, die Entwicklung unseres Landes mitzubestimmen, nütze ich sie auf jeden Fall."

Florian Kerschhaggl (19), Gastronom aus dem Lungau (Salzburg): "Selbstverständlich gehe ich auch dieses Jahr wieder wählen! Die Zukunft können wir zwar nicht voraussehen, aber gemeinsam an der Entwicklung teilhaben."

Stefan Antonitsch (19), Optiker aus Wolfsberg (Kärnten): "Das alte System gehört aufgebrochen. Die nächste Regierung soll sich für die gleichen Rechte und Pflichten für alle einsetzen, egal welche Religion, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung."

Claudia Bleich (19), Studentin aus Pamhagen (Burgenland): "Ich habe mich ausführlich mit den verschiedenen Wahlprogrammen befasst. Wichtig sind mir soziale Gerechtigkeit, die Schaffung von Arbeitsplätzen und steuerliche Fairness."

Lukas Lettner (20), Student aus Graz (Steiermark): "Ich werde Rot wählen, weil Schwarz und Blau mit ihren undurchsichtigen Wahlprogrammen ein No-Go für mich sind. Zu 100 Prozent überzeugt mich keine Partei." 

Kathrin Leblhuber, Schülerin aus Piberbach (OÖ): "Ich tendiere zur ÖVP, weil mir ein sicherer Wirtschaftsstandort wichtig ist. Wir haben in der Schule auch über die Wahl gesprochen und im Internet einen Test gemacht."

Anna-Lena Rüdisser (26), Buchhändlerin aus Bregenz (Vorarlberg): "Meine Entscheidung steht fest, Infos habe ich von meinen Eltern und aus Zeitungen bekommen. Ich habe noch nie eine Möglichkeit ausgelassen, zur Wahl zu gehen."

Nadja H. (24), Studentin aus Wien: "Ich werde zur Wahl gehen, weil das meine Pflicht ist als mündige Bürgerin. Bei wem ich mein Kreuzerl mache, weiß ich auch schon genau - das bleibt aber mein Geheimnis. Für die Zeit nach der Wahl wünsche ich mir, dass es wieder mehr Miteinander geben wird. Außerdem bin ich für mehr Offenheit gegenüber Neuem in der Politik."

Anian Zellhofer (19), Student aus Patsch (Tirol): "Die Wahl ist für mich ganz schwierig. Ich sehe mich in der berühmten Mitte angesiedelt, doch die Parteien driften immer weiter auseinander. Auch der Personenkult stört mich. Es geht doch um Programme, Visionen, Ideen! Es kann also sein, dass ich weiß wähle, aber nicht die Weißen."

Clara Milena Steiner, Kronen Zeitung

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