So, 19. November 2017

„Krone“-Analyse

09.10.2017 14:55

Heinz-Christian Strache wählt die goldene Mitte

42 Minuten Heinz-Christian Strache pur: Wie der blaue Spitzenkandidat tickt und wann er sich in seinem Verhalten für den Mittelweg entscheidet - wir fanden es bei unserem Persönlichkeits-Check heraus.

Alles im gelben Bereich! Von unseren getesteten Spitzenpolitikern weist Heinz-Christian Strache die meisten Mittelwerte auf, nämlich bei sechs von insgesamt zehn Eigenschaften (siehe gelbe Markierung in den Grafiken unten). Er verzichtet auf eine extreme Haltung und präsentiert sich größtenteils ausgeglichen und stabil. Psychologe Othmar Hill erläutert das Profil des Kandidaten.

Risikomanagement: Heinz-Christian Strache ist mutig genug, jede Herausforderung anzunehmen. Im inneren Parteikreis verhält er sich - je nach Situation - risikobereit oder vorsichtig.

Umgangsstil: Der Kandidat kommuniziert mit großem Gespür auf dem Pfad zwischen Offenheit und Diplomatie.

Entscheidungsgrundlage: Er besitzt soziales Verständnis, besonders wenn es um die Anliegen der Wähler geht. Innerhalb der Partei dominieren eher die Nüchternheit und ein gesundes Misstrauen.

Führungsverhalten: Hohes Führungspotenzial und große Leistungsmotivation stechen hier hervor. Allerdings zeigt Strache auch den Willen, mit anderen zu kooperieren.

Selbstkontrolle: Ausgewogen und stabil. Er hat sich im Griff, klebt aber nicht zu sehr an gesellschaftlichen Normen. Das macht ihn berechenbar mit Handschlagqualität.

Werteverständnis: Er schätzt einen modernen Lebensstil, behält aber seine konservative Wertebasis bei.

Interessenvertretung: Er findet die Mitte zwischen einer selbstlosen und einer eigennützigen Einstellung. Sein Wunsch ist es, überregionale und nationale Interessen zu kombinieren.

Politische Strategie: Gegenüber technologischen Neuerungen gibt er Altbewährtem den Vorrang. Reformation geht ihm über Innovation.

Arbeitsstil: Strache möchte erst Konzepte aufbereiten, diese aber auch praktisch umsetzen.

Zielverfolgung: Er setzt sich durch, ohne zu dominant zu sein.

Das sagt Hill (Othmar Hill, Wirtschaftspsychologe)
Heinz-Christian Strache besitzt ein hohes Führungspotenzial mit einer großen Leistungsmotivation. Er ist misstrauischer und bietet sich dadurch auch als Kontrollinstanz an. Hinsichtlich seiner Persönlichkeit ist er sowohl als Kanzler als auch als Vizekanzler geeignet. Da er instinktsicher den "Bad Guy" spielt, braucht er eine Koalition mit einem "Good Guy". Dann wäre ausgeglichene Koalitionsarbeit fast sicher.

Das sagt Filzmaier (Peter Filzmaier, Politologe)
Ist das Ergebnis ein "goldener Mittelweg", oder sind Straches Eigenschaften zu wenig ausgeprägt? Das kommt darauf an. In Regierungsverhandlungen und -sitzungen wäre es ein Vorteil, weder zu kompromissbereit noch zu stur zu sein. Doch irgendwie passt der Test nicht zu Strache, der als Politiker für klare Standpunkte stehen will. Von seinem Profil her müsste er alles unter einen Hut bringen, was kaum geht.

So funktioniert der HILL-Test
Gemeinsam mit der renommierten Beraterfirma HILL International stellt die "Krone" die große Frage: Wer kann Kanzler? Wir baten die Spitzenkandidaten zum wissenschaftlich fundierten, objektiven Persönlichkeits-Check. Bei einem rund einstündigen Online-Test bewerteten die Spitzenpolitiker mehr als 300 Aussagen - so zum Beispiel die Feststellung: "Menschen, mit denen ich mich gut verstehe, möchte ich von meiner Sicht der Dinge überzeugen." Dabei konnten die Kandidaten zwischen den Kategorien "trifft voll zu", "trifft eher zu", "trifft eher nicht zu", "trifft gar nicht zu" wählen oder gar keine Stellungnahme abgeben. Die anonymisierten Daten wurden von Wirtschaftspsychologe Othmar Hill ausgewertet. Notar Georg Schreiber beglaubigt die anonyme und damit objektive Beurteilung.

Kronen Zeitung/red

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