Mo, 18. Dezember 2017

Kurz zu Strache:

08.10.2017 23:45

"Entweder Sie werden Bundeskanzler oder ich"

Nach seinem turbulenten Duell gegen SPÖ-Chef Christian Kern ist ÖVP-Chef Sebastian Kurz am Sonntagabend auch noch auf FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache getroffen. Wenig überraschend ging es in den ersten Minuten auf Puls4 erneut um die Affäre Silberstein. Strache sah die Verantwortung ganz klar bei Kern. Es seien aber auch Personen aus dem Umfeld der Volkspartei im Silberstein-Team zu finden gewesen, daher dürfe sich auch Kurz nicht völlig aus der Affäre ziehen.

Für den Außenminister ist aber auch die FPÖ vom "Dirty Campaigning" betroffen. Von den Fake-Facebookseiten, die zum Teil antisemitische Angriffe gegen ihn geführt hatten, spannte Kurz den Bogen zu den Freiheitlichen, die laut seiner Wahrnehmung weiterhin antisemitische Züge in sich tragen würden. In diesem Zusammenhang sprach der ÖVP-Spitzenkandidat den Fall Johannes Hübner an. Der FPÖ-Abgeordnete sorgte nach einer Rede bei einem rechten Kongress mit mutmaßlichen antisemitischen Codes für Aufregung.Auch Strache kann sich übrigens die Einführung eines neuen Straftatbestandes "Dirty Campaigning" vorstellen.

Strache: "Briten wird es nach Brexit besser gehen"
Von Silberstein ging es über zur Europapolitik. Während Kurz die Bedeutung der EU bei der Lösung der Flüchtlingskrise betonte, wagte Strache folgende Prognose: Den Briten werde es nach dem Brexit besser gehen. Zudem warf der FPÖ-Spitzenkandidat seinem ÖVP-Kontrahenten vor, wenig mutig die Position Österreichs in Brüssel zu vertreten, woraufhin Kurz die Sperre der Balkanroute hervorholte und deutlich zu machen versuchte, dass er sehr wohl mutig sei: "Ich alleine habe ein Veto eingelegt, als es um den Beitritt der Türkei ging." Anschließend ging es darum, wer welche Probleme punkto Migration und Integration bereits früher aufgezeigt habe. In diesem Zusammenhang spielte Strache die Regierungskarte aus: "Sie sind der längstdienende ÖVP-Verantwortungsträger in der Regierung."

Alte Strukturen nur "türkis angepinselt"?
Strache äußerte Misstrauen gegenüber seinem Kontrahenten in der Frage, wie ehrlich die Integrations- und Steuerentlastungskonzepte der neuen Volkspartei gemeint seien. In Wahrheit seien alte Strukturen lediglich "türkis angepinselt" und am Ende würden die Österreicher mit einer schwarz-roten Regierung aufwachen. Über diese Warnung konnte Kurz nur lachen und meinte: "Sie probieren wie Christian Kern, Dinge vorzubeten, egal ob sie daran glauben oder nicht." Anschließend stellte der ÖVP-Obmann seine eigene Wahlprognose auf: "Entweder Sie werden Bundeskanzler oder ich."

Bei den Geschenken bewiesen die beiden Spitzenpolitiker durchaus Humor: FPÖ-Parteichef Strache hatte das Detektivspiel "Cluedo" mit im Gepäck - in Anlehnung an die Ermittlungen in der Silberstein-Affäre. ÖVP-Spitzenkandidat Kurz beschenkte ausnahmsweise nicht sein Gegenüber, sondern dessen Hündin. "Odi" bekam ein Sackerl voller Hundespielzeug. "Das ist ein sehr sympathisches Geschenk", bedankte sich Strache im Namen seiner Hündin.

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