Golden Gate Bridge

2025 zeigte: Netz hilft enorm gegen Suizidversuche

Ausland
20.01.2026 18:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jahrzehntelang stürzten sich viele Menschen von der Golden Gate Bridge in San Francisco tragisch in den Tod. 2023 ist schließlich ein Netz an der Brücke angebracht worden, das Suizidversuchen vorbeugen soll. 2025 hat sich gezeigt: Das System funktioniert.

Die Golden Gate Bridge war seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1937 Schauplatz von mehr als 2000 bestätigten Suiziden. Pro Jahr stürzten sich rund 30 Menschen in die Tiefe, indem sie über das nur 1,20 Meter hohe Geländer kletterten. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer sei mit Sicherheit höher, da nicht alle Sprünge von der Brücke beobachtet und nicht alle Leichen geborgen würden, berichtet die „New York Times“.

Suizidprävention war ein Milliardenprojekt
2023 wurde mit dem Bau eines Suizidpräventionssystems begonnen. Insgesamt wurden 5,6 Kilometer an Edelstahlnetzen angebracht, um Menschen von den Sprüngen abzuhalten. Das Projekt hat 217 Milliarden Dollar – rund 185 Milliarden Euro – gekostet, der Bau des Systems hat länger gedauert als jener der Brücke selbst.

Die Stahlnetze sollen allen Witterungen standhalten.
Die Stahlnetze sollen allen Witterungen standhalten.(Bild: david - stock.adobe.com)

Kein einziger Versuch in der zweiten Jahreshälfte von 2025
2025 war das erste volle Jahr, in dem die Netze angebracht waren. Vier Menschen begingen trotz des Schutzsystems Suizid, im Vergleich mit früheren Jahren haben sich die Zahlen jedoch enorm gebessert. Zwischen Juni und Dezember gab es keinen einzigen Sprung von der Brücke.

Netze halten jeder Witterung stand
Bei den Netzen handelt es sich nicht um die weichen, federnden Netze einer Zirkusvorstellung. Es sind straff gespannte Netze aus robustem Edelstahl, die den extremen Bedingungen am Golden Gate standhalten sollen: Regen, Wind, Salz und Nebel. „Wir wollen vermitteln, dass es weh tun wird und dass das Springen von der Brücke illegal ist“, sagte Denis Mulligan, der Geschäftsführer der Organisation, die die Brücke betreut.

Netz hilft nicht zu 100 Prozent
Trotz der deutlichen Besserung ist das Präventionssystem nicht perfekt. Paul Muller war einer der Mitbegründer der „Bridge Rail Foundation“, einer Organisation mit dem Ziel, die Brücke sicherer zu machen. Er war bestürzt, als er erfuhr, dass es Anfang 2026 bereits einen Selbstmord gegeben hatte. Doch das Ziel war von Anfang an, Leben zu retten und letztendlich „die dunkle Anziehungskraft der Brücke als Ort des Sterbens zu beseitigen“.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden oder von Suizidgedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 142. Weitere Krisentelefone und Notrufnummern finden Sie HIER.
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