Sa, 16. Dezember 2017

Nur noch drei Tiere

02.10.2017 12:26

Leihmutter soll aussterbende Nashorn-Art retten

Deutsche Forscher arbeiten an Methoden, um das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben bewahren. Weltweit gibt es von der Unterart nur noch zwei Weibchen und ein Männchen, die sich auf natürlichem Wege nicht mehr fortpflanzen können. Mittels künstlicher Befruchtung und einer Leihmutter, die die Embryonen austrägt, soll die Art gerettet werden.

Noch in diesem Jahr wollen unter anderem Berliner Experten nach Kenia zu den Tieren reisen und erste Schritte einleiten, um mit künstlicher Reproduktion den Fortbestand zu sichern. Das kündigte das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) an. 

Leihmutter soll Embryonen austragen
Ziel der Kenia-Reise sei es, den beiden unfruchtbaren Nashorndamen Najin und Fatu in einem eigens entwickelten Verfahren Eizellen zu entnehmen. Diese sollen mit schon vor längerer Zeit gewonnenen, eingelagerten Spermien vereint werden, erläutert das IZW. Eine Leihmutter könnte dann die Embryonen austragen - eignen würden sich dafür Weibchen des Südlichen Breitmaulnashorns. Um die Bestände dieser Unterart des Breitmaulnashorns steht es weitaus besser. Das einzig verbliebene Männchen des Nördlichen Breitmaulnashorns namens Sudan hingegen ist schon älter und verfügt nicht mehr über ausreichend Spermien, außerdem ist es mit den Weibchen verwandt.

Daneben erscheint Wissenschaftlern eine weitere Option vielversprechend, um eines Tages aussterbende Arten zu retten: modernste Stammzelltechnik nach dem Vorbild des japanischen Forschers Katsuhiko Hayashi (Kyushu Universität). Ihm gelang es bereits, aus einfachen Hautzellen Mäuse zu züchten, die fruchtbar waren.

Übertragen auf Nashörner hieße das: Die Wissenschaftler könnten sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen, gewonnen etwa aus Haut der Nashörner, zu Spermien und Eizellen ausreifen lassen. Auch hier würde zum Austragen des Embryos eine Nashorn-Leihmutter benötigt. So ein Verfahren wäre aber sehr teuer. Die Reise nach Kenia zur Eizell-Entnahme schlägt dem IZW-Sprecher zufolge erst einmal mit rund 50.000 Euro zu Buche.

Um die Weiterentwicklung der Methoden zu fördern und auf den Bedrohungsstatus dieser Nashörner aufmerksam zu machen, wird am 5. Oktober in Berlin unter anderem ein Gemälde einer der letzten Nashorn-Damen versteigert. Das IZW, der Zoo Berlin und der tschechische Zoo Dvur Kralove organisieren die Auktion gemeinsam.

Drittgrößtes Landsäugetier der Erde
Laut Umweltstiftung WWF sind Breitmaulnashörner hinter Afrikanischen und Asiatischen Elefanten das drittgrößte Landsäugetier der Erde, früher waren sie in Afrika weit verbreitet. Unter anderem durch Wilderei hat sich der Bestand des Nördlichen Breitmaulnashorns stark dezimiert. Ihre Aufgabe im Ökosystem sei es, als "Rasenmäher" Gräser kurz zu halten. Mit ihren breiten, verhornten Lippen könnten sie Grashalme nah über dem Boden abbeißen.

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Redaktion
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