Mo, 20. November 2017

Kern zieht Notbremse

07.09.2017 16:05

Baustopp für umstrittene Anti-Terror-Mauer

67 Meter lang und 80 Zentimeter hoch sollte sie werden - doch nun ist die geplante Errichtung der umstrittenen Anti-Terror-Mauer rund um den historischen Wiener Ballhausplatz Geschichte. Nach Informationen der "Krone" wurde der Weiterbau des 1,5 Millionen Euro teuren Bauprojekts abgesagt - ein großer Erfolg für Tausende "Krone"-Leser, die das Projekt massiv kritisiert hatten.

Der Mauerbau, der seit der Vorwoche in vollem Gange war, wurde von einer hitzigen Diskussion begleitet. Die Funktion der steinernen Barriere: Sie sollte das Bundeskanzleramt und die Bundespräsidentenkanzlei vor Terrorattentaten mit Autos, Lkw oder Autobomben schützen und hätte bis Oktober fertiggestellt sein sollen.

Video: Anti-Terror-Mauer kostet Steuerzahler 1,5 Millionen Euro

Kanzler und Minister zogen Notbremse
Auch 70 teils fixe, teils versenkbare Poller hätten dort ihren Platz finden sollen. Doch jetzt ist Schluss mit dem Mauerbau, wie die "Krone" Donnerstagmittag aus dem Kanzleramt erfuhr. Bundeskanzler Christian Kern und Kanzleramtsminister Thomas Drozda (beide SPÖ) entschieden, einen Baustopp zu verhängen.

"Das kann doch nicht sein", ärgerte sich der Kanzler im "Krone"-Gespräch. Nach Rücksprache mit dem Kanzleramtsminister ließ er den Baustopp verhängen. "Alleine die Idee einer Mauer im Regierungsviertel ist schon abzulehnen, die alles über eine Geisteshaltung sagt, die nicht die unsere ist", betonte Drozda. Man sei von den Arbeiten "überrascht" worden.

Fragwürdiges Signal kurz vor Nationalratswahl
Kritik war unter anderem laut geworden, weil der Mauerbau just einen Monat vor den Nationalratswahlen eine denkbar schiefe Optik hinterließ: Immerhin wurde vor nicht allzu langer Zeit die Bevölkerung beschwichtigt, dass bauliche Sicherheitsmaßnahmen für stark frequentierte Fußgängerzonen derzeit nicht notwendig seien und der Aufwand dafür zu groß sei.

"Warum fürchtet sich die Regierung?"
Bei den krone.at-Usern gingen die Wogen jedenfalls hoch: Viele forderten, den Bau der Stahlbeton-Barriere im historisch wertvollen Kern Wiens sofort zu stoppen. Tenor: Sie würde "ohnehin wenig bringen und gleichzeitig das Stadtbild verschandeln". Auch fragten sich viele: "Warum fürchtet sich die Regierung plötzlich so? Was hat sich denn seit 2015 geändert?"


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