Fr, 20. Oktober 2017

"Ja, es geht!"

04.09.2017 10:36

So simpel ist das einzige Pilz-Plakat

"Ja, es geht!" Dieser simple Slogan steht im Mittelpunkt des einzigen Wahlplakats der Liste Pilz. Das entsprechende Sujet wurden am Montag vom Parteichef - der selbst nicht auf dem Plakat zu sehen ist - vor dem Parlament in Wien vorgestellt. Das mobile Plakat erinnert ein wenig an den einstigen Slogan "Yes, we can!" von Ex-US-Präsident Barack Obama.

Ein Plakat, null Prozent Steuergeld und null Prozent Belästigung verspricht seine Liste auf dem Plakat und will so den angestrebten Einzug in den Nationalrat schaffen. Es gibt laut Pilz nur dieses eine Plakat, das der Ex-Grüne jeweils zu seinen Wahlkampfauftritten quer durch Österreich mitnimmt.

"Plakat hat 90 Euro gekostet"
"Mehr wird's an Plakaten nicht geben", kündigte Pilz an, denn Plakate seien als Mittel der Politik "völlig überholt". Laut Pilz habe das Plakat 90 Euro gekostet und wurde von ihm und seinen Mitstreitern aus eigener Tasche bezahlt. An Wahlkampfbudget stehen der Liste derzeit etwas über 200.000 Euro zur Verfügung, 400.000 Euro sollen es schließlich werden.

"Wollen bei der Wahl zweistellig werden"
"Unser Ziel ist es, bei der Wahl zweistellig zu werden", sagte Pilz, der vor allem um Protestwähler und Weißwähler buhlt. Über eine mögliche Regierungsbeteiligung wolle er nicht spekulieren. "Unsere Hauptaufgaben liegen im Aufzeigen von Korruption und Parteibuchwirtschaft", so Pilz. Dass er seiner Ex-Partei, den Grünen, Stimmen wegnehme, stimme nicht, meinte er, denn die Hälfte der Grün-Wähler habe sich in den vergangenen zwei Jahren verabschiedet. Für den Fall, dass er gemeinsam mit den Grünen in einer Regierung sitzt, erwartet er auch keine Dissonanzen, weil: "Mehr Streit als in der SPÖ kann ich mir nicht vorstellen."

"Pizzaboten nicht ganz oben bei den Bedürfnissen der Republik"
Für Pilz scheint das Duell um Platz eins entschieden, es gebe demnach nur noch einen "seltsamen Kampf" um Platz zwei. Pilz sparte bei der Präsentation seines Plakats auch nicht mit Kritik an Kanzler Christian Kern (SPÖ). "Es ist kein Wunder, dass bei diesem Spitzenkandidaten die Menschen davonlaufen. Pizzaboten stehen bei den politischen Bedürfnissen dieser Republik nicht ganz oben."

"Viele regieren. Einer kontrolliert", das sei sein Programm, erklärte Pilz und verwies etwa auf den im Herbst startenden Beschaffungsvorgang für neue Abfangjäger. Sollten dafür ÖVP-Obmann Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zuständig sein, brauche es "schärfste Kontrolle": "Als Kontrolle sind wir unersetzbar im Parlament." Gefordert wurde von ihm die Halbierung der Parteienförderung. Ein weiteres Thema neben der Kontrolle sei der Sozialstaat, der reformiert werden müsse, und drittens gehe es um die "Verteidigung unserer Heimat Österreich".

Pilz präsentierte neues Buch "Heimat Österreich"
Erst in der Vorwoche hatte Pilz sein neues Buch "Heimat Österreich" präsentiert. Der Ex-Grüne wirbt darin mit einem "Aufruf zur Selbstverteidigung" und betitelt ein Kapitel mit "Angriff auf Europa", ein anderes mit "Österreich schützen". Auf den 137 Seiten finden sich ziemlich viele harte Statements gegen Islamisten, aber auch gegen Rechtsextreme, Nationalisten sowie gegen die Regierungsparteien.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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