Sa, 26. Mai 2018

Im Gespräch

29.08.2017 17:15

Im „Zollhäusl“ erster Gipfel mit Freilassing

Salat mit Putenstreifen für Harald Preuner, Fleischkrapfen für Josef Flatscher: So leitete Johann Sommerer, der Wirt im "Zollhäusl" das Gipfelgespräch zwischen den Städten Salzburg und Freilassing kulinarisch ein. Die Themen: Bahn, Straße, Flughafen und die Grenzkontrollen, die beide für sehr wichtig erachten.

Die Sticheleien und das gegenseitige Ausrichten über die Medien müssen aufhören: Darin waren sich der ÖVP-Spitzenkandidat aus Salzburg und der seit 1999 regierende CSU-Mann einig. Das "Zollhäusl" an der gleichnamigen Straße, täglich von 10 Uhr bis Mitternacht geöffnet, schien Harald Preuner als geeigneter Schauplatz der zwischenmenschlichen Annäherung.

Thema S-Bahn
Das fertig gestellte dritte Bahngleis auf der Grenzbrücke über die Saalach betrachten die beiden Politiker als extrem wichtig. Ab dem 10. Dezember werden die Schnellbahn-Züge im 15-Minuten-Takt verkehren.

Thema Grenze
"Wir müssen Signale an die internationale Organisation der Schlepper senden," tönten Preuner und Flatscher übereinstimmend. "Grenzkontrollen sind leider notwendig," präzisierte es der Salzburger Politiker.

Beide wollen nun in ihren Hauptstädten, Berlin und Wien, intervenieren, damit mehr Fahrspuren für die Kontrollen entstehen und auch mehr Personal eingesetzt wird. Wie berichtet, haben die Bürgermeister von Wals, Joachim Maislinger und Grödig, Richard Hemetsberger Aktionen gegen den Ausweichverkehr gesetzt.

Thema Straße
Freilassing drängt auf den durchgehenden vierspurigen Ausbau der Münchener Bundesstraße. Preuner hofft, dieses Projekt 2018 fertig stellen zu können, allerdings müsse es rascher als bisher abgewickelt werden, denn die Bauarbeiten hatten in der Vergangenheit zu einem Mega-Stau in ganz Liefering und zurück bis auf die Westautobahn geführt.

Thema Parkgebühren
Josef Flatscher ist froh, dass die Pendlermaut nicht kommt, obwohl es auch in Freilassing bewirtschaftete Parkzonen gibt. Dass beide Städte in einem zentralen Großraum liegen, zeigte sich beim nächsten Punkt.Thema WohnbauWeil die Grundstücke und die Mieten günstiger sind, leben mehrere tausend Salzburger bereits in Bayern. Die "Grenzen im Kopf" sind überwunden, mit dem verdichteten Takt der Schnellbahn hofft man, mehr Pendler auf die Schiene zu bringen. Freilassing plant neue Wohnbauten.

Thema Flughafen
Wohl vorbereitet kam Harald Preuner mit Unterlagen des Flughafen-Managements. Er zeigte die Verbesserungen bei den Nord-Abflügen auf, die jetzt eher in Richtung Bergheim gehen. Preuner berichtete auch von den zunehmenden Protesten aus dem Raum Anif, der durch die Süd-Route stärker belastet wird.

Insgesamt waren sich die beiden Politiker einig, dass der Flughafen eine zentrale Verkehrsdrehscheibe für die Region ist und vor allem die internationalen Firmen wie Porsche oder Palfinger wie mit einer Nabelschnur an der Verbindung hängen, auch für die Festspiele ist der Airport unabdingbar.

Thema Zukunft
Preuner und Flatscher vereinbarten weitere Treffen, eine "neue Fairness" sei entstanden, man müsse mit den Notwendigkeiten in einem "großen Wirtschaftsraum leben."

Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

Wie aus Salzburghofen Freilassing wurde

  • So nah und doch so weit: Freilassing liegt nur 7 Kilometer vom Stadtzentrum Salzburgs entfernt. Die bayrischen Metropolen Traunstein (29 km), Rosenheim (83 km) und München (139 km) sind weiter weg.
  • Im 6. Jahrhundert nahmen die Bajuwaren das Land an Saalach und Salzach in Besitz. In Salzburghofen entstand ein herzoglicher Hof, der enge Verbindungen mit dem Bischofssitz in der Stadt Salzburg hatte.
  • Der Name Freilassing wird erstmals zwischen 1125 und 1147 erwähnt, ab 1923 wurde die Bezeichnung offiziell. Nach einer These steht die Bezeichnung für die Freilassung einer leibeigenen Person.
  • Durch den Aufstieg Salzburgs zum eigenständigen Fürsterzbistum nach 1328 löste sich Salzburghofen/Freilassing von Bayern.
  • 1810 kam Freilassing zusammen mit Salzburg zum Königreich Bayern und blieb wie der übrige Rupertiwinkel 1816 bayrisch, als der Großteil des Landes Salzburg zu Österreich kam.
  • Freilassing hat nach einer Zählung 15.799 Einwohner.
  • Der Stadtrat setzt sich aus 24 gewählten und ehrenamtlichen Stadträten zusammen, die CSU erreichte 2014 9 Mandate, die SPD 4 und die Bürgerliste 3. Zwei Heimatlisten schafften insgesamt 8 Mandate.
  • Josef Flatscher ist seit März 1999 der 1. Bürgermeister.
  • Freilassing ist ein Bahnknotenpunkt: Linien führen nach München, nach Salzburg, Bad Reichenhall und einspurig über Mühldorf nach Norden.

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