So, 27. Mai 2018

Lehrerin verurteilt

18.08.2017 08:49

Deutsch-Zeugnisse für 150 Euro verkauft

Eine ehemalige Deutschlehrerin an einem Wiener Sprachinstitut, wurde am Donnerstag rechtskräftig zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Die Sprachlehrerin hatte im März 2016 in zwei Fällen gefälschte Zeugnisse ausgestellt, die einem Serben und einem Inder Deutsch-Kenntnisse bescheinigten. Die beiden hatten jedoch nicht einmal einen Sprach-Kurs besucht, geschweige die Prüfung abgeschlossen.

Mit dem Serben war die Sprachlehrerin gut befreundet. In ihrer Freizeit paukte sie mit ihm Deutsch, "aber es hat einfach nicht funktioniert", wie sie Richterin berichtete. Der Mann habe an einem Tinnitus gelitten und sie einfach nicht verstanden: "Er hatte alle Unterlagen für die Aufenthaltsgenehmigung beisammen. Nur das Zertifikat nicht. "Also stellte sie ihm kurzerhand eines aus.

"Kenne eine Frau, die kann so etwas gesorgen"
Im zweiten Fall lief die Schiene über den Ex-Mann der Deutschlehrerin. Dieser bekam mit, dass der indische Ehemann einer Arbeitskollegin für die Verlängerung seines Visums ein A1-Zeugnis benötigte. "Ich kenne eine Frau, die kann so etwas besorgen", beschied er der Kollegin, die für die Gefälligkeit 150 Euro zahlte.

Tippfehler im Zeugnis
Dass mit dem Zeugnis etwas nicht stimmen konnte, fiel allerdings in weiterer Folge auf, weil die Deutsch-Lehrerin in ihrem Falsifikat dem Inder Kenntnisse auf "A2-Niveao" (sic!) bescheinigte. "Ein Tippfehler", bedauerte die Angeklagte. Der Serbe wiederum flog bei einem Termin bei der für Einwanderung und Staatsbürgerschaft zuständigen MA 35 auf, wo festgestellt wurde, dass er kein Wort Deutsch beherrschte.

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