Mi, 23. Mai 2018

Starautor Kehlmann:

08.08.2017 13:50

"In Österreich ist alles ein wenig hinterhältig"

Der österreichisch-deutsche Schriftsteller Daniel Kehlmann gilt spätestens seit seinem Bestseller "Die Vermessung der Welt" als Star des deutschsprachigen Literaturbetriebs. In einem aktuellen Interview äußert sich der 42-Jährige, der in Wien und Berlin lebt, unter anderem zu Österreich - und meint, hier sei "alles auch ein bisschen hinterhältig".

Auf die Frage, wo er sich daheim fühle, sagt Kehlmann im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung": "Ich fühle mich in Österreich zu Hause, aber ich würde dort nicht mehr leben wollen. Es ist doch alles recht klein und überschaubar. Ein bisschen provinziell und zugleich auch ein bisschen hinterhältig." Am allerschönsten sei Österreich, "wenn man aus Österreich nichts braucht".

Ständig in der Weltgeschichte unterwegs
Kehlmanns Aussage ist im Kontext seiner Ausführungen über sein Leben als umtriebiger Literat zu sehen, der im Zuge seiner schriftstellerischen Tätigkeit ständig in der Weltgeschichte unterwegs und damit an vielen Orten beheimatet ist. So war er eben erst in New York und hat dort seinen neuen Roman "Tyll" zu Ende geschrieben, der im Oktober erscheint. Danach reiste er nach London weiter, wo in Kürze sein Stück "Der Mentor" auf der Theaterbühne Premiere feiert.

Europa als "Hort der Vernunft"
Trotz des wenig schmeichelhaften Sagers über Österreich zeichnet Kehlmann in dem Interview grundsätzlich ein positives Bild von Europa - vor allem im Vergleich zu den USA. Dort habe der "Trump-Albtraum" dazu geführt, dass im Gegensatz zu früher "plötzlich Europa die liberale Welt und der Hort der Vernunft ist". Von der Wahl Trumps zum neuen US-Präsidenten habe er sich erst halbwegs wieder erholt, als er mit seiner Familie über Neujahr in der Schweiz war, so der Schriftsteller: "Einfach das Gefühl, in den Bergen zu sein und dieses gute alte Abendland um sich zu haben."

Mit "Die Vermessung der Welt" zu Ruhm gelangt
Kehlmann ist vor allem mit dem 2005 erschienenen Buch "Die Vermessung der Welt" bekannt geworden, für das er vielfach - auch international - ausgezeichnet wurde. Das Werk über den Naturforscher Alexander von Humboldt und den Mathematiker Carl Friedrich Gauß gilt als einer der erfolgreichsten Romane der deutschen Nachkriegsliteratur.

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