Fr, 27. April 2018

Forstwirte besorgt

28.07.2017 15:32

Hoher Wildbestand: "Der Wald ist gefährdet"

Ein Zaun, zwei Welten: Dort, wo der Südoststeirer Valentin Krenn das Wild aussperrt, befindet sich ein grünes Paradies. Auf der anderen Seite des Zauns ist der Boden kahlgefressen. Krenn und seine Mitstreiter vom Verein "Naturwald Steiermark" stellen ein heikle Forderung: höhere Abschussquoten…

So wie hier sollte es überall sein." Wer mit Valentin Krenn durch seinen mehr als fünf Hektar großen, eingezäunten Musterwald streift, merkt bald: Hier ist einer von seiner Sache überzeugt. Über einen zugewucherten Forstweg geht es runter in einen Graben, dort möchte der Nebenerwerbsforstwirt unbedingt etwas zeigen: viele kleine Tannen, die dicht gestaffelt in die Höhe wachsen. "Sie sind nicht gesetzt, dennoch sieht es fast aus wie bei Christbaumkulturen."

Für den Riegersburger ein Beweis für seine These: Der Wildbestand - speziell in seiner Region - ist viel zu hoch, der heimische Wald ist gefährdet, da kleine Bäume gefressen werden und es zu keiner Verjüngung mehr kommt. Der Wald veraltet, es bleiben Monokulturen. "Die Auswirkungen werden vor allem in 50 bis 100 Jahren sichtbar sein", meint der Feldbacher Hans Weber.

"Rehbestand ist stark gestiegen"
Auch er ist Mitglied beim vor zehn Jahren gegründeten Verein "Naturwald Steiermark". Bisher ist man mit den Forderungen bei den Behörden und Politikvertretern kaum durchgedrungen. Dass in einigen von Windwurf betroffenen Revieren um Kornberg die Wildabschussquote um 30 Prozent hinaufgesetzt wurde, hat man heuer mit Hartnäckigkeit erreicht.

Aus der Jägerschaft gibt es dafür aber auch Kritik. Sogar von einer "Rehwildausrottung" ist die Rede. Krenn und Weber halten dagegen: "Der Rehbestand ist in der Vergangenheit stark gestiegen. Vor 100 Jahren betrug er zehn Prozent von heute."

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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