Mi, 22. November 2017

Polizei gab bekannt

18.07.2017 21:19

Sechs Raubüberfälle sind geklärt

Ein Geständnis und ein DNA-Treffer: So konnte nun eine Raubserie geklärt werden. Drei in Österreich geborene Türken (zwei sind 17, einer 18), ein Tschetschene (16), zwei Afghanen (17, 18) sowie ein Pongauer (16) waren an den Überfällen auf zwei Trafiken, ein Gasthaus, einen Imbiss und zwei Passanten beteiligt.

Die brutale Überfallserie: Sie begann am 23. Juni in Salzburg-Maxglan. Ein 16-jähriger Pongauer überfiel den Besitzer, bedrohte ihn mit einer Pistole, forderte Geld und entkam mit 1000 Euro. Ein Komplize, ein Türke (17), hatte das Gasthaus ausgekundschaftet und dort ein Glas Wasser getrunken. Zwei weitere Komplizen, ein Türke (17) und ein Tschetschene (16) warteten in der Nähe.

Am 28. Juni schlugen der Auskundschafter und ein Afghane (18) um 1.30 Uhr nachts bei einem Imbiss in der Getreidegasse zu. Auch hier hatten sie die Waffe dabei. Der Besitzer schrie die Angreifer aber in die Flucht. Es gab keine Beute.

Die Trafik in der Münchner Bundesstraße war am Vormittag des 28. Juni Ziel der Räuber. Beteiligt waren diesmal die zwei 17-jährigen Türken und der Tschetschene. Zwei von ihnen stürmten mit einer Pistole ins Gebäude, der dritte hielt Wache. Hier erbeuteten sie nur wenige Hundert Euro.

Am 9. Juli kam es im Volksgarten laut Angaben eines Einheimischen (19) zu einem Raubüberfall. Beteiligt waren alle drei Türken sowie der tschetschenische Jugendliche. Vorangegangen soll laut den Angreifern ein Suchtgift-Geschäft sein. Das bestreitet das Opfer.

Polizei gab bekannt:  Türken, Tschetschene, Afghanen und 
Salzburger legten Geständnisse ab

Beim Überfall auf die Trafik in der Siebenbürgerstraße am 11. Juli in Salzburg-Lehen stellte sich die mutige Angestellte den Räubern entgegen. Sie flüchteten ohne Beute, schlugen der Verkäuferin aber die Pistole auf den Kopf. Beteiligt waren der 18-jährige Türke und der gleichaltrige Afghane.

Zum letzten Überfall kam es am 12. Juli kurz nach 22 Uhr. Beteiligt waren zwei Türken und ein Afhgane (17). Sie raubten einer 24-Jährigen, die in Itzling aus einem Haus kam, mit einer Pistole bewaffnet die Handtasche. Die Beute: 100 Euro.

Duo nach Taschenraub geschnappt

Ein 17-jähriger Türke (der Auskundschafter vom Gasthaus) und ein Afghane (17) konnten wenig später gefasst werden. Während der Türke eisern schwieg, legte der Afghane ein umfassendes Geständnis ab.

"Dank seiner Angaben und dank eines DNA-Treffers betreffend den Überfall auf das Gasthaus konnten wir schließlich alle sieben Beteiligten überführen", schildert LKA-Ermittler Oberstleutnant Christian Voggenberger.

Zwei Mitglieder der Bande sind flüchtig - der Tschetschene (16) und ein Türke (18). Alle anderen sitzen mittlerweile in der Justizanstalt in Puch ein.

"Über seinen Anwalt hat der Tschetschene ausgerichtet, dass er sich stellen will. Beim Türken gab es eine Hausdurchsuchung. Seiner Familie hat er erklärt, dass er nicht zurückkommt. Er dürfte untergetaucht sein", so Kriminalist Voggenberger zur "Krone".

Waffe vermutlich in der Salzach entsorgt

Waffe konnte keine sichergestellt werden. "Die Mitglieder der Bande sind voll- oder teilgeständig. Sie sagen, es habe sich immer um die gleiche Waffe, eine Schreckschusspistole, gehandelt. Diese wurde jeweils weitergegeben. Wir vermuten aber: Die zwei, die wir nach dem letzten Überfall im Bereich des Treppelweges an der Salzach bei der Autobahnbrücke gefasst haben, könnten die Waffe dort in den Fluss geworfen haben", sagt Voggenberger.

Der Kriminalist ist sichtlich erleichtert, dass die Bande so rasch überführt wurde. Denn: "Die waren sehr gewaltbereit. Die junge Frau wurde etwa rein zufällig ihr Opfer. Sie hatten einen Bus verpasst, waren wütend, und da kam die Frau aus dem Haus. Also haben sie diese einfach spontan überfallen."

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

ZITAT: Oberstleutnant Christian Voggenberger, Landeskriminalamt

Zu der Bande gehörten ein 16-Jähriger, drei türkischstämmige Jugendliche, zwei Afghanen und ein Tschetschene.

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