Di, 23. Jänner 2018

Fanartikel-Firma

18.07.2017 16:41

Scheiflinger machen Gabalier-Fans glücklich

Er kann bis ins Unendliche rechnen, ist pünktlich wie die Eisenbahn und die Höflichkeit in Person. Dennoch war es für Ralph Bartelmuss unmöglich, Arbeit zu finden. Die Tatsache, dass er ein Autist ist, wog mehr. Heute ist der 27-Jährige Teil einer beeindruckenden Firmengeschichte, die nur aus der Not geboren wurde.

Was Tausende Fans von Andreas Gabalier auf der ganzen Welt als Fan-T-Shirt am Herzen tragen, stammt aus einer kleinen Manufaktur im obersteirischen Scheifling. Bei der "FanArt Design GmbH" wird gedruckt, gestickt und geplottet, was das Zeug hält. Dabei werden aber nicht nur die ganz Großen beliefert: "Wir bieten von der Laptop-Tasche bis zum Kaffeehäferl und dem Sportdress alles an, was personalisiert werden kann - auch als Einzelstück", betont Lydia Bartelmuss. Die 52-Jährige ist als Firmenleiterin der gute Geist des Betriebs, die wahren Helden sitzen aber einen Raum weiter in der lichtdurchfluteten Werkstatt. Kleinste Schriftzüge und aufwändige Logos werden hier unter größter Konzentration hergestellt. Die Stimmung ist gut, der Schmäh rennt. "Hulapalu kann ich mir zuhause nicht mehr anhören", lacht Sigrid Wind. Zu viele Schriftzüge des Gabalier-Songs hat die 49-Jährige in den letzten Tagen auf Leiberl gedruckt. Jedes einzelne echte Handarbeit.

Dies ist aber nur ein Teil des Erfolgsgeheimnisses: "Wir haben mittlerweile fünf Menschen mit Behinderung in unserem Betrieb, einer davon ist unser Sohn Ralph, für den wir einfach keine Arbeit finden konnten", erzählt Lydia Bartelmuss. Dies ist nun sechs Jahre her. Zu viert hat man begonnen, heute bietet die "FanArt" bereits zwölf Menschen ein sicheres Einkommen. Und - noch viel wichtiger - eine sinnvolle Beschäftigung: "Ich liebe meine Arbeit. Dass sie so abwechslungsreich ist, gefällt mir am besten", schwärmt etwa Walter Pflüger, der für die Stickereien zuständig ist. Mit größter Präzision wird hier aber nicht nur gearbeitet, sondern auch pausiert. "Ich brauch’ gar nicht auf die Uhr zu schauen - wenn Ralph aufsteht, um für uns in der Küche Kaffee zu kochen, weiß ich, es ist Punkt 12 Uhr", schmunzelt Sigrid Wind - steht auf und geht: Mittagszeit!

Barbara Winkler, Kronen Zeitung

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