So, 17. Dezember 2017

Erstes Interview

10.06.2017 08:08

WikiLeaks-Informantin Manning dankt Obama

WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning hat am Freitag in ihrem ersten Interview seit ihrer Freilassung aus dem Gefängnis ihre Beweggründe erklärt und die Verantwortung für die Verbreitung von 700.000 vertraulichen Armeedokumente und Depeschen der US-Diplomatie übernommen. Niemand habe sie dazu angestiftet, es sei allein ihre Entscheidung gewesen. In dem emotionalen Interview dankte die 29-Jährige Ex-US-Präsident Barack Obama dafür, dass sie "eine Chance" erhalten habe. Kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt hatte ihr Obama den größten Teil der Haftstrafe erlassen.

Manning hatte die Unterlagen von Militärrechnern heruntergeladen und 2010 der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt. Damals war sie als Obergefreiter Bradley Manning in der Nähe von Bagdad stationiert.

Gegenüber dem Sender ABC sagte die 29-Jährige, die Nachrichten über die Aufstandsbekämpfung an den Kriegsschauplätzen in Afghanistan und im Irak sowie die Berichte über getötete Zivilisten hätten sie erschüttert. Sie hegte demnach die Hoffnung, eine Debatte über die Kriege anstoßen zu können. "Irgendwann waren das keine Berichte und Statistiken mehr. Ich begann die Menschen dahinter zu sehen, die Opfer", erinnerte sich Manning.

Zwei Selbstmordversuche während Haft
Im Mai 2010 wurde Manning festgenommen und im August 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe verbüßte sie im Militär-Hochsicherheitsgefängnis Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas, wobei sie zwei Selbstmordversuche unternahm. Im April 2014 trug ein US-Gericht Mannings Wunsch Rechnung, sich Chelsea nennen und als Frau leben zu wollen. Später erlaubte die US-Armee ihr auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

Trump: "Manning hätte Gefängnis niemals verlassen dürfen"
Mitte Mai kam Manning vorzeitig auf freien Fuß. Obamas Nachfolger, der seit Jänner amtierende Donald Trump, hatte Manning als "Verräterin" bezeichnet, die "niemals" das Gefängnis verlassen dürfe.

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