Mi, 22. November 2017

Greenpeace-Studie

29.05.2017 15:33

Graz ist Verkehrs-Schlusslicht

Greenpeace hat die neun österreichischen Landeshauptstädte nach verkehrsrelevanten Aspekten miteinander verglichen. Das Ergebnis: Graz landet auf dem beschämenden letzten Platz. Vor allem die schlechte Luftgüte hat Graz viele Punkte gekostet. Auf Platz 1 liegt Wien.

Das Mobilitäts-Ranking (siehe unten) von Greenpeace hat es in sich. Unter die Lupe genommen wurden sieben Aspekte zur Mobilität in Österreichs Landeshauptstädten - darunter auch die Luftqualität.

Luftqualität ist das größte Problem

Besonders schlecht bewertet wurde Graz in den Bereiche Luftgüte (letzter Platz), Radverkehr (8. Platz) und Alternativen zum motorisierten Individualverkehr (7. Platz). Ohne das schlechte Ergebnis bei der Luftqualität hätte Graz etwas besser abgeschnitten. Zu Recht kritisiert Greenpeace aber die viel zu hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte. Die "Steirerkrone" hat ja immer wieder über die Probleme rund die Grazer Luftgüte berichtet.

Zum Radverkehr: Wien punktet hier durch sein Bike-Sharing-Angebot. Ein gutes Leihrad-System sucht man in Graz tatsächlich seit Jahren vergeblich. Alle diesbezüglichen Anläufe sind bislang kläglich gescheitert.

Was das Öffi-Angebot angeht liegt Graz mit dem vierten Platz im Mittelfeld.

Versäumnisse und Zweifel an Messung

Rufe nach Konsequenzen werden bereits laut. Neo-Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KP): "Das Ergebnis des Mobilitäts-Rankings zeigt jahrzehntelange Versäumnisse im Kampf gegen den Feinstaub und für ein besser Öffi-Angebot auf!"

Kahr äußert aber auch Zweifel an den Messgrößen, die von Greenpeace angewandt wurden: "Graz wird beim Rad-Verkehr weit hinter Wien gereiht. Aber der Radverkehrsanteil in Graz ist doppelt so hoch."

Kommen nun die autofreien Tage?

Die grüne Umweltstadträtin Tina Wirnsberger fordert als Konsequenz aus dem Ranking die Einführung autofreier Tage. Die kann sich ja auch VP-Bürgermeister Siegfried Nagl vorstellen. Die entsprechende Verordnung müsste aber vom Land kommen - Gespräche zwischen Stadt und Land laufen bereits…

Das Ranking:

Wien: 6,25 Punkte

Bregenz: 4,75

Eisenstadt: 4,75 Punkte

Innsbruck: 4,5 Punkte

St. Pölten: 4,5 Punkte

Salzburg: 4,25 Punkte

Linz: 4 Punkte

Klagenfurt: 4 Punkte

Graz: 3,5 Punkte

Die spezielle Auswertung für Graz:

Modal Split: 4. Platz

Luftqualität: 9. Platz

Radverkehr: 8. Platz

Öffis: 4. Platz

Parkraum: 2. Platz

Fußgänger: 4. Platz

Alternativen zum motorisierten Individualverkehr: 7. Platz

Kommentar:

Ist Graz wirklich so schlecht?

In allen von Greenpeace untersuchten Bereichen gibt es in Graz Verbesserungsbedarf, keine Frage. Doch einige Aber müssen schon sein.

Graz etwa beim Öffi-Angebot mit dem mit einer U-Bahn gesegneten Wien zu vergleichen, das ist schon recht gewagt! Dass die Grazer Öffis durchaus angenommen werden zeigen die jährlich steigenden Passagierzahlen.

Dass Graz in Sachen Luftgüte auf dem letzten Platz landet (mit 0 Punkten), das ebenfalls feinstaubgeplagte Wien aber 5 Punkte erhält, ist hinterfragenswert.

Lange Zeit war Graz Österreichs Fahrradhauptstadt. Man ist fraglos zurückgefallen - aber gleich auf den achten Platz?

Ist Graz also wirklich so schlecht, wie Greenpeace sagt? Man darf zweifeln…

Gerald Richter

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