So, 19. November 2017

Viele Jubiläen

29.05.2017 07:37

Mauterndorf feierte 800 Jahre Geschichte

800 Jahre Markterhebung, 50 Jahre Bürgergarde und 150 Jahre Kameradschaftsbund: Der Festtagskalender für den 1700-Einwohner-Ort ist heuer randvoll. Für Landeshauptmann Wilfried Haslauer steht fest: Mauterndorf schaut auf eine gute Zukunft! Im September folgt dann als Höhepunkt ein Volkskultur-Festakt.

Abkassiert wird man auch noch heute, wenn man auf der A 10 durch den Lungau fährt, früher war das nicht anders: Die Mautstelle an der wichtigen Römerstraße gab dem Ort einst den Namen. Römersteine mitten in Mauterndorf zeugen noch heute von dieser Epoche. Als Kaiser Heinrich II. am 24. November 1002 dem Domkapitel ein Landgut bei Mauterndorf schenkte, fasste die Kirche Fuß im Lungau, bis zur Flucht des letzten Fürsterzbischofes Hieronymus Graf Colloredo im Jahr 1803 blieb Mauterndorf dann das Zentrum in diesem Salzburger Gau.

Richtig aufwärts ging es, als Kaiser Friedrich II. im Jahr 1217 dem Ort das Marktrecht verlieh. Oder, wie es Landeshauptmann Wilfried Haslauer Sonntag in seiner Ansprache formulierte: "Das Marktrecht war im Mittelalter so etwas wie ein Lottogewinn für eine Gemeinde." Noch heute zeugen stolze Treppengiebelhäuser im Markt von den umfangreichen Handelsbeziehungen nach Nürnberg und Augsburg oder ins Friaul und nach Venedig. Eigene Nachtwächter schützten damals die zahlreichen Fuhrwerke, die Tradition hatte Bestand bis ins Jahr 1947: Da starb Ferdinand Messner, der letzte seiner Zunft.

"Als Ort nie versucht, alles zu bieten"
Eine Burg sicherte den wichtigen Handelsweg über den Tauern. Um 1890 dem Verfall preisgegeben, renovierte sie der jüdischstämmige Arzt Hermann von Epenstein aus Berlin. Er war Patenonkel Hermann Görings, der Hitlers Luftwaffenchef war und von Epensteins Witwe das Schloss 1939 geschenkt bekam. Heute gehört die Burg dem Land. "Mauterndorf hat als Wohnort und Urlaubsort nie versucht, allen alles zu bieten", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer: "Aber der Ort bietet vielen sehr viel: Nämlich hohe Lebensqualität, verbunden mit landschaftlicher Schönheit, lebendigem Brauchtum und florierendem Tourismus, Handel und Gewerbe." Und Langzeit-Bürgermeister Wolfgang Eder freut sich schon auf das nächste Großereignis in Mauterndorf: Schon im Juli gibt es ein Mittelalterfest.

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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