Do, 14. Dezember 2017

Salzburger Nockerln

25.05.2017 23:18

Polizei-Giulia Boliden auf den Fersen

Startschuss beim Stadt Grand Prix zur 15. Auflage des Gaisbergrennens

"Autos bin ich schon seit meiner frühesten Kindheit verfallen, damals war alles faszinierend was schnell und laut war. Das Feuer richtig entfacht hat aber mit Sicherheit Jochen Rindt. Er war jung, fesch, frech und noch dazu erfolgreich, da war klar, dass wir ihm alle nacheiferten und uns als Burschen bei illegalen Straßenrennen matchten", lacht Gert Pierer.

Heute geht selbstverständlich alles mit rechten Dingen zu! Gemeinsam mit Hermann Schwarz und Thomas Matzelberger hat Pierer vor genau 15 Jahren das legendäre Gaisbergrennen wieder aufleben lassen und organisiert seither eine Veranstaltung, die dem historischen Rennen um nichts nachsteht. In den letzten 14 Jahren lockte das Trio 2000 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an den Start des Stadt Grand Prix’, Salzburg Rings und den Wertungsläufen am Gaisberg und mit Schloss Fuschl, Hellbrunn, der Gersberg- und Zistelalm sowie dem Hangar 7 zu Salzburgs schönsten Hotspots!

Auch heuer gehen wieder 150 Oldtimer-Fans ins Rennen, um in Sachen Gleichmäßigkeit - beim Lauf auf den Gaisberg darf die vorgeschriebene Sollgeschwindigkeit von 50 km/h nicht überschritten werden - groß aufzutrumpfen.

Außerdem haben sich die Veranstalter zum Jubiläum noch ein paar Besonderheiten einfallen lassen. Mit dem Sonderlauf der Alfa Romeo-Boliden wird die Marke, die am häufigsten beim historischen Rennen vertreten war, dementsprechend gewürdigt. Außerdem jagen heuer erstmals auch wieder Motorrad-Piloten auf Raritäten der Vorkriegs-Ära durch die Schikanen. Darunter befinden sich Klassiker wie etwa eine Douglas SW 5, BJ 1928 oder eine Sunbeam 9SD/S90, BJ 1929!

Selbstverständlich trifft man auch bei den Automobilen auf Modelle der Sonderklasse. Max Lampelmaier hat die Ehre den Austro Daimler ADR 6 Sport "Torpedo" BJ 1929 zu pilotieren. Dieses Fahrzeug wurde extra für "Bergkönig" Hans Stuck sen. angefertigt und ist normalerweise nur im "Fahr(T)raum"-Museum von Ernst Piëch zu bewundern. Der Herr über die größte Austro Daimler Sammlung nahm das Rennen selbstverständlich auch mit so einem, allerdings mit dem Modell AD 6-17 "Amerikaner" Double Phaeton BJ 1922 in Angriff. Ob ihm die Startnummer 1 Glück bringt wird sich Samstag bei der Siegerehrung im Hangar-7 weisen.

Ein Podestplatz ist für die meisten aber ohnehin nicht oberstes Ziel! "Die Zeit ist völlig unwichtig, vielmehr steht der Spaß bei dieser top organisierten Veranstaltung, und sein Auto wieder heil nach Hause zu bringen im Vordergrund", betonte Hans-Peter Porsche, der mit einem ganz besonderen Schmuckstück teilnimmt. "Der 904 GTS BJ 1964 war damals mein erstes Werkstück. Die Karosserie ist aus Kunststoff, und somit wiegt er nur 860 Kilo!"

Auch Helmut Eggert geht es beim Gaisbergrennen nicht darum zu gewinnen, sondern altes Kulturgut herzuzeigen. "Speed ist vergänglich, diese Autos beweisen wahre Nachhaltigkeit", so der Porsche Ö-Chef, der dieses Jahr ausnahmsweise nicht mit dem Gendarmerie-Porsche, sondern mit einem 356er Roadster BJ 1961 beim Stadt-GP ins Rennen ging. Für Recht und Ordnung sorgte dafür Mercedes-Chef Fritz Lixl, der die Alfa Romeo "Polizei-Giulia" BJ 1970 vorbildlich durch die Schikanen pilotierte.

Und Rennfahrer-Legende Dieter Quester war mit seiner "großen Liebe" einem BMW 328 Roadster BJ 1937 unterwegs. "Ich liebe dieses Auto, genau so eines hat in den 50ern auch mein Vater besessen."

Tina Laske, Kronen Zeitung

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