Di, 21. November 2017

Asylwerber weg:

25.05.2017 14:24

Flüchtlingshelfer in Aufruhr

In Bruck an der Leitha brennt der Hut: Die Flüchtlingsarbeit in der Stadt gilt als eine der Lichtseiten der Asylkrise. Jetzt mussten 15 bestens integrierte Bewohner der Ölmühle aber umziehen - und das, obwohl laut dem Verein "Bruck hilft" genügend freie Plätze vor Ort verfügbar wären. "Wir fühlen uns verhöhnt!", heißt es.

Das Positive zuerst: Der Höhepunkt der Flüchtlingswelle ist überschritten, die Lage in den vielen Quartieren entspannt sich. Daher werden etliche Unterkünfte, wie etwa die ehemalige Kaserne in Neulengbach wieder aufgelassen. Dieses Los trifft nun auch die Ölmühle in Bruck an der Leitha, wo viele zum Teil sehr gut integrierte Asylsuchende einen Platz gefunden hatten. Doch das Aus kam plötzlich: Am Dienstag um 19 Uhr kam die Ankündigung, dass 15 Personen umziehen müssen - Mittwochfrüh dann schon der Bus, um sie auf Quartiere in ganz Niederösterreich aufzuteilen. Das stößt die Flüchtlingshelfer im Ort vor den Kopf. "Wir hatten hier vorbildliche Integrationsarbeit, die Betroffenen gingen sehr gerne in Deutsch- und Wertekurse, engagierten sich in der Gemeinde. Jetzt werden sie plötzlich aus ihrem Umfeld gerissen", ärgert sich Helga Longin vom Verein "Bruck hilft". In der Tat müssen einige Afghanen, Iraker und Iraner jetzt in den Bezirken Scheibbs und Amstetten sowie im Waldviertel komplett neu anfangen.

Aus dem Land ist zu hören, dass die Verlegungen eng mit Gemeinden und Unterkunftgebern abgestimmt werden. "Im Fall Bruck gibt es keine geeigneten Quartiere vor Ort", meldet das Büro von SP-Landesrat Maurice Androsch. "Stimmt nicht", kontern die Helfer: "Wir haben derzeit 18 Plätze frei!"

Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

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