Do, 23. November 2017

Oststeiermark

22.05.2017 16:39

Bereits 150 illegale Glücksspielgeräte eingezogen

Räume, die hinter Holzvertäfelungen versteckt sind; Türen, die sich erst nach "Kamera-Kontrollen" öffnen; Geräte, die abgeschaltet werden, wenn die Polizei da ist: Der Kampf gegen illegale Glücksspielautomaten ist nervenaufreibend. Im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld wurden bereits 150 Geräte beschlagnahmt.

Eigentlich ist alles klar geregelt. Eigentlich. Seitdem Anfang 2016 das neue steirische Glücksspielgesetz in Kraft trat, sind Automaten nur noch in bewilligten Spielsalons erlaubt. Im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld gibt es davon vier - doch für viele Spieler sind sie nicht attraktiv: Sie müssen sich registrieren, es gibt Einsatzlimits, Alkohol und Rauchen sind tabu. Daher blüht nach wie vor das illegale Glücksspiel im berühmt-berüchtigten Hinterzimmer.

Mehrmals rückten in den vergangenen Monaten Polizisten und Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft zu Kontrollen aus (häufig nach Hinweisen besorgter Angehöriger) und wurden fündig - in Cafés, bei Tankstellen, vor allem bei Sportwettlokalen. Gut 150 Glücksspielgeräte wurden beschlagnahmt. "Man kann aber davon ausgehen, dass bald wieder neue in den Lokalen stehen. Es ist ein Endlosspiel", sagt Karl Wurzer, Leiter des Hartberger Sicherheitsreferats. Immerhin: Fast alle Beschlagnahmungen wurden von den Betreibern der Lokale beeinsprucht, bei Gericht blitzten sie aber ausnahmslos ab.

In der ganzen Steiermark wird illegal gezockt
Das Problem ist aber nicht auf die Oststeiermark beschränkt, bestätigt Gerhard Lecker von der Landespolizeidirektion. Alleine in Graz wurden mehr als 300 Geräte beschlagnahmt, sogar Betriebsschließungen wurden ausgesprochen. Auf dem Papier gibt’s dann oft neue Besitzer… Das Spiel gegen das illegale Glücksspiel ist noch lange nicht gewonnen.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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