Fr, 24. November 2017

360.000 € gefordert

10.05.2017 14:44

Wanderin von Kuh getötet: Prozess mit Folgen?

Die Deutsche (45) hatte keine Überlebenschance. Mehrere Mutterkühe, die Sorge um ihre Kälber hatten, attackierten im Juli 2014 die Wanderin und töteten die Frau. Ursache für die Angst der Tiere dürfte der angeleinte Hund der Urlauberin gewesen sein. Nun will der Witwer vom Kuhbesitzer 360.000 Euro.

Seit 40 Jahren verbrachte die Familie aus Deutschland ihren Urlaub im idyllischen Stubai. Im Juli 2014 wurde die zweite Heimat der Deutschen zur tödlichen Falle. Im Pinnistal wurde die 45-Jährige von mehreren Mutterkühen attackiert und tödlich verletzt. Das Bellen des angeleinten Hundes dürfte der Anlass für die Kuhattacke gewesen sein.

Gegen Sorgfaltspflicht verstoßen?
Strafrechtlich wurde der tragische Fall bereits zu den Akten gelegt, da man kein Verschulden des Bauern sah. Zivilrechtlich wurde am Dienstag der Startschuss gegeben. Denn der Witwer will vom Stubaier Bauern 360.000 Euro. Auf der Almwiese hätten sich Mutterkühe befunden, von denen Gefahr ausgehe, und die Fläche sei nicht eingezäunt gewesen - deshalb habe der Bauer gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen, argumentiert der Gatte der Verstorbenen.

Urteil mit Spannung erwartet
Auf Almen herrsche freie Rinderhaltung, und eine Abzäunung sei nicht ortsüblich und nicht zumutbar, führte die Gegenseite im Innsbrucker Landesgericht aus. Nur gefährliche Tiere seien von Menschen fernzuhalten, bei den betroffenen Kühen habe es aber keine Hinweise dazu gegeben. Ein Urteil wird von vielen Bauern mit Spannung erwartet. Auch eine außergerichtliche Lösung steht im Raum.

Stefan Ruef, Kronen Zeitung

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