Do, 23. November 2017

„Krone“ vor Ort

09.05.2017 16:55

Bittere Medizin: Das Leid der Gallenbären Vietnams

Trotz pflanzlicher und künstlicher Alternativen werden Bären in Asien für ihren Gallensaft gequält. Die "Krone"-Tierecke machte sich auf einer sogenannten Gallen-Farm in Vietnam ein Bild über die Grausamkeit.

Es sind Bilder, die man nie wieder vergisst: apathische und ausgehungerte Bären in winzigen Käfigen ohne Boden. Beißender Gestank und drückende Hitze. Die Augen der Tiere leer, als hätten sie sich schon lange aufgegeben.

Etwa 1300 Kragen- und Malaienbären vegetieren in Vietnam unter grausamsten Haltungsbedingungen vor sich hin. Meist als Jungtiere in der Wildnis eingefangen, fristen sie in den sogenannten Gallen-Farmen ein trauriges Dasein zu nur einem Zweck: In regelmäßigen Abständen wird ihnen Gallensaft abgezapft, um diesen für die Traditionelle Chinesische Medizin zu verarbeiten - er soll etwa gegen blaue Flecken oder Leberbeschwerden helfen und bringt viel Geld ein. Doch an dieser Tradition klebt Blut ...

Die armen Tiere bekommen eine oft zu leichte Betäubung, bevor mit einer dreckigen Nadel in die Gallenblase gestochen wird, um den Saft abzuzapfen. Vielen Bären merkt man dabei die große Angst und die starken Schmerzen an. Die qualvolle Prozedur wiederholt sich einmal im Monat, für manchen Bären sogar täglich. Aktuelle Videoaufnahmen zeigen die brutale Praxis der Gallensaftentnahme.

Achtung - nichts für schwache Nerven!

Obwohl es in Vietnam im Gegensatz zu anderen Ländern wie China oder Laos ein Gesetz gegen diese furchtbare Tierquälerei gibt, boomt der Schwarzmarkt für Bärengalle nach wie vor. Das zeigen aktuelle Videoaufnahmen und Internetrecherchen, veröffentlicht von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". Denn die Herstellung von Bärengalle und das Halten von Bären auf Farmen zum Zweck der Galleproduktion sind bereits seit Jahren illegal. Doch es gibt eine entscheidende Lücke: Die Privathaltung der Vierbeiner blieb erlaubt, die staatlichen Kontrollen sind rar. Wohin auch mit den vielen beschlagnahmten Tieren?

Ein Lichtblick: Die "Vier Pfoten" bauen derzeit ein Schutzzentrum in Ninh Binh, um die verbliebenen Gallenbären aus den Farmen zu befreien. Ende Juni sollen die ersten Pfleglinge einziehen. Nach der jahrelangen Tortur wäre das Auswildern ihr Todesurteil. Unter dem Motto "Save the saddest bears" ("Rettet die traurigsten Bären") werden Spenden für diese Mission gesammelt. Jeder Cent hilft!

So können Sie helfen
Spendenkonto: UniCredit Bank Austria AG
IBAN: AT20 1200 0097 0632 7511
Kennwort: GALLENBÄREN

Unterzeichnen Sie bitte auch die Petition unter www.saddestbears.com/Vietnam!

Einige Bären dank "Krone"-Familie bereits in Sicherheit
Übrigens: Die "Krone"-Familie hat bereits in der Vergangenheit Mondbären gerettet - im Jahr 2005 wurden mehr als 50.000 Euro für die Tierschutzorganisation "Animals Asia" gesammelt. Zum Dank wurde eine der geretteten Bärinnen auf den Namen "Krönchen" getauft. Bis heute erfreut sie sich in einem Sanctuary in China ihres Lebens - dank Ihnen! Bitte lassen Sie uns diesen Erfolg wiederholen!

Denise Zöhrer
Denise Zöhrer
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