So, 17. Dezember 2017

Auflagen für Magier

03.05.2017 12:00

Zauber-Hasen dürfen nur mit Chip auf Bühne

Kurz ist der Auftritt des Kaninchens in Paul Sommersguters Zaubertrick, doch er begeistert - zumindest die Zuseher. Die steirische Tierschutzombudsstelle weniger. Sie sorgt sich um das Tierwohl und wollte den Auftritt verbieten lassen. Was Magier Paul wiederum einen Auftritt bei Gericht einbrachte.

Ein bisschen Zauber, ein bisschen Staunen - und schon wird in Paul Sommersguters magischer Show aus dem Stoffhasen ein echtes Kaninchen. Seitens des Amtstierarztes soweit alles in Ordnung: "Aus meiner Sicht ist dieses Kunststück zu bewilligen, da dem Kaninchen zu keiner Zeit Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden", heißt es in einem Schreiben des Veterinärmediziners an die Tierombudsstelle. Dort sah man mögliche Qualen für das Langohr: Kaninchen seien Fluchttiere, die bei einer Veranstaltung Stress in Form von Lärm, ungewohnten Geruchs- und Lichteinflüssen bekommen könnten. Sich tatsächlich angesehen hat den Auftritt der Kaninchen "Romeo" und "Julia" laut Sommersguter niemand von der Ombudsstelle. Auch der Einladung, das riesige Hasengehege des zweifachen österreichischen Meisters sowie Vize-Europameisters der Zauberkunst im steirischen Hartberg zu besichtigen, sei man nicht gefolgt.

Zauberer muss nun 20 Auflagen erfüllen
Der Einspruch der Tierschutzombudsstelle brachte Sommersguter jedenfalls vor das Landesverwaltungsgericht in Graz. Dort klärte man die Gegebenheiten rund um "Romeo" und "Julias" Auftritt vor dem Richter. Rund 20 (!) Auflagen hat der Magier nun zu erfüllen. Unter anderem ist den Tieren eine Ruhepause von fünf Stunden zwischen ihren Auftritten zu gewähren. Sie "arbeiten" übrigens rund 15 Minuten pro Monat. Und: "Romeo" und "Julia" dürfen nur noch mit Impfpass und Chip auf der Bühne erscheinen.

Das wertet die Tierombudsstelle als Erfolg, wie man der Ombudsfrau mitteilte. Auch, dass die Bewilligung auf 10 Jahre begrenzt wurde. Laut Gesetz sei es verboten, Tieren ungerechtfertigte Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder sie in Angst zu versetzen. Das ist wichtig und richtig. Aber wo ist der Eifer wenn es um Tiertransporte, Massentierhaltung etc. geht?

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