Di, 21. November 2017

Familienkonferenz:

19.04.2017 20:29

Kinderbetreuung über Grenzen

Eltern im Flachgau und im Lungau kennen das Problem: Immer öfter werden Salzburger Kinder nahe der Grenze in Oberösterreich und in der Steiermark untergebracht, umgekehrt besuchen die Knirpse Salzburger Kinderbetreuungseinrichtungen. Landesrätin Berthold will das bürokratische Chaos dazu jetzt abschaffen.

An einem Beispiel lässt sich das Dilemma erklären: Elisabeth B. wohnt mit ihrer vierjährigen Tochter Petra in Straßwalchen, pendelt aber zu ihrer Arbeitsstelle nach Braunau, wo sie einen Kindergartenplatz benötigt, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen: "Die Landesförderung wird nach den aktuellen Bestimmungen jedoch nur dann ausgezahlt, wenn die Heimatgemeinde ihren Gemeindeanteil übernimmt und an die Einrichtung zahlt. Betroffene Eltern sind also auf den guten Willen des Heimat-Bundeslandes angewiesen", weiß Landesrätin Martina Berthold.

Der Haken dabei: Wenn in der Heimatgemeinde ein Platz zur Verfügung steht, muss die Behörde nicht den dringend benötigten Platz in der anderen Gemeinde mitzahlen. Und das führt immer wieder zu mühsamen Einzelfallentscheidungen, weil sich die Fördersysteme in den Bundesländern stark unterscheiden: "Wir wollen Eltern nun die Sicherheit geben, gute Kinderbetreuung darf nicht an den Grenzen der Bundesländer aufhören. Wir brauchen hier künftig eine gemeinsame Vorgehensweise. Ein Erfahrungsaustausch zwischen den Bundesländern soll mehr Klarheit bringen", kündigt Berthold an.

Zuwachs von 320 Kindern
Ihren Vorstoß wird sie am Freitag bei der Konferenz der Familien-Landesräte in Linz präsentieren und hofft auf österreichweite Unterstützung. Eine Arbeitsgruppe soll dann eine einheitliche Vorgehensweise prüfen. Eine ordentliche Kinderbetreuung ist in Salzburg derzeit übrigens gefragt wie noch nie: "20.270 Kinder besuchen die 551 Kinderbetreuungseinrichtungen. Das ist ein neuerlicher Zuwachs von 320 Kindern. Die Eltern werden daher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer stärker unterstützt - freilich gibt es aber noch viel zu tun", räumt die grüne Landesrätin zuversichtlich ein. Offen ist wie berichtet immer noch das neue Kinderbetreuungsgesetz, dass derzeit in der Schublade liegt und auf den Ausgang der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern zum Finanzausgleich wartet.

Michael Pichler, Kronen Zeitung

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