Fr, 24. November 2017

Drastisch im Zentrum

28.03.2017 07:15

Lebensstandard sinkt durch horrende Wohnkosten

Die Preisspirale bei Wohnkosten dreht sich immer schneller: Vor allem im Zentralraum spüren die Salzburger, dass der Lebensstandard sinkt. In Grödig alarmiert der Vize-Ortschef und Vorsitzende im Wohnungsausschuss mit einem Rechenbeispiel. Und er fordert, dass vor allem junges Wohnen günstiger werden muss.

Das Rechenbeispiel aus Grödig zeigt, wie knapp es in vielen Salzburger Haushaltsbudgets wird: Eine 75-Quadratmeter-Mietwohnung, die 2004 noch 423,26 Euro kostete, stieg 2016 auf teure 769,73 Euro. "Das ist ein Plus von 76 Prozent", so Othmar Danninger über die dramatische Entwicklung am Wohnungsmarkt. Wohnungen im Bereich Salzburg-Umgebung stiegen laut ImmoDEX 2017 zuletzt besonders stark: Alleine bei Mieten gebrauchter Objekte müssen Bewohner ein Plus von fünf Prozent verkraften.

Im Vergleich dazu wurden die Löhne weit nicht rasch genug erhöht: Ein Facharbeiter in der Zementindustrie verdiente beispielsweise 2004 noch 1627 Euro, 2016 waren es 2196 Euro brutto, was eine Steigerung von 35 Prozent und 320 Euro netto bedeutet. "Das heißt, alleine durch das Wohnen ist der Lebensstandard schon gesunken", so Danninger. Wer auch noch Teuerungen bei Lebensmitteln, Treibstoff oder Strom einrechnet, kommt auf einen Verlust von rund 10 Prozent in den letzten zwölf Jahren.

Welche Maßnahmen Gemeinden ergreifen
Welche Hebel lassen sich überhaupt bewegen, um erfolgreich gegenzusteuern? "Gemeinden müssen mehr versuchen, günstige Grundstücke einzukaufen", schlägt Danninger vor. Aufholbedarf gebe es vor allem auch bei jungem Wohnen. Nachgefragt sind mittlerweile auch ältere Wohnungen, wo extra geheizt werden muss, weil die Kosten sonst nicht zu stemmen sind. Danninger: "Gut gefällt mir das Fünf-Euro-Modell aus Tirol." Beim Bau wird auf Extras wie eine Tiefgarage verzichtet, Kosten sinken dadurch und betragen nur fünf Euro pro Quadratmeter. In Grödig sind derzeit 38 Singles, 32 Paare und 18 Familien auf Wohnungssuche.

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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