So, 17. Dezember 2017

Familienbeihilfe

14.03.2017 17:03

Kern warnt: "Keinen Pflegenotstand produzieren"

Die deutsche Regierung wird die Kürzung der Familienbeihilfe für EU-Ausländer, deren Kinder in der Heimat geblieben sind, beschließen. Österreich will nachziehen, doch es gibt ein Problem zu berücksichtigen: Kürzt man z.B. Pflegerinnen aus Osteuropa das Kindergeld, dann besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr kommen. Kanzler Christian Kern (SPÖ) sagt, es müsse hier eine Lösung geben, denn "wir müssen aufpassen, dass wir keinen Pflegenotstand produzieren".

Das Problem mit den Pflegerinnen im Detail: Grundsätzlich verdienen sie in Österreich nicht schlecht, die Löhne im Pflegebereich sind aber allgemein eher niedrig. Da die Menschen immer älter werden, wird der Bedarf an Pflege für immer mehr Österreicher im hohen Alter weiter stark ansteigen. Unter den Pflegerinnen befinden sich viele Frauen mit Kindern, die in ihrer Heimat geblieben sind. Kürzt man nun das Kindergeld, könnte so manche den Pflegeberuf aufgeben.

SPÖ und ÖVP wollen nun in den nächsten Tagen die geplante Kürzung des Familiengeldes für Kinder im Ausland unter Berücksichtigung des Pflegeberufes verhandeln. Bekanntlich soll die Kürzung dem Finanzminister mehr als 100 Millionen Euro bringen.

Deutsche sind uns einen Schritt voraus
Einen Schritt voraus sind uns die Deutschen, wo am Mittwoch das Kabinett der Bundesregierung ein Gesetz zur Kürzung der Familienbeihilfe beschließen wird. Danach soll etwa ein in Deutschland lebender Pole für sein in Polen lebendes Kind nur noch die Hälfte des Kindergeldes, also 96 statt 192 Euro, erhalten. Das gilt auch für Kinder, die in Rumänien, Bulgarien oder Kroatien leben. Begründung: Das Kindergeld wird an die Lebenshaltungskosten im Heimatland des Kindes angepasst.

Die betroffenen Länder sprechen sich gegen diese Regelung aus.

Peter Gnam, Kronen Zeitung

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