Mo, 20. November 2017

„Krone“ Kultour

12.03.2017 21:36

Ein Spurensucher im Unsichtbaren

Galerie Welz widmet Karl Korab zu seinem 80.Geburtstag große Ausstellung:

Während andere in seinem Alter ihr Taschengeld für Süßigkeiten ausgaben, investierte es Karl Korab in Malfarben und bastelte aus alten Säcken Leinwände.

Dass er Maler werden wollte, wusste er schon in der Schule, und ließ sich von nichts und niemand davon ab bringen. "Ich hatte immer nur die Malerei im Kopf, und hab’ mir auch nie darüber Gedanken gemacht, ob ich von der Kunst einmal leben kann, das war völlig nebensächlich. Das einzige, was zählte war meine Leidenschaft", so der Niederösterreichische Künstler, der in den 1970ern die collageartig-archäologisch komponierte Landschaftsmalerei entwickelte und den Betrachter mit seinen "fantastischen Gebilden" in eine geheimnisvolle Zwischenwelt entführt.

Dabei liegt seine Inspirationsquelle direkt vor der Haustüre Landschaften, Interieur und die Architektur sind seine immer wiederkehrenden Themen. Allerdings widmet sich Korab diesen alltäglichen Dingen mittels einer eigens entwickelten Bildsprache, die sie abstrahieren, aufs Wesentliche reduzieren und so in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.

"Ich mache kein Abbild der Natur, sondern entlehne aus meinem Umfeld Elemente, aus denen ich dann meine ganz eigene Architektur baue ich nenne sie ,architettura anonima‘ die anonyme Architektur."

Diesen eigenständigen Kompositionen, die Korab in Form von in Ölgemälden, Gouachen, Aquarellen und Zeichnungen festhält, widmet sich anlässlich seines 80. Geburtstag am 26. April nun die Galerie Welz.

"Mit der Salzburger Galerie verbindet mich seit 1973 eine enge Zusammenarbeit. Mittlerweile hab ich hier sicher schon über zehn Mal ausgestellt", verriet Korab, der seinen künstlerischen Alltag auch nicht anders als ein Beamter gestaltet. Nach dem morgendlichen Schwimmsport widmet er sich pünktlich um acht seinen Ölbildern, um nach einer kurzen Mittagspause bis am Abend weiterzuarbeiten.

Neben seinen Bildern gestaltet Korab auch Briefmarken, Flaschenetiketten, Buchillustrationen, Bühnenbilder und sogar einen Brunnen am Hauptplatz seiner Heimatgemeinde Maissau. "Wenn ich die Möglichkeit bekomme, etwas zur Schönheit unserer Umwelt beizutragen, bin ich dazu gern bereit." Und was würde er sich zum Runden noch wünschen? "Ich habe noch so viele Ideen im Kopf, also wünsche mir nur Gesundheit, damit ich sie alle noch umsetzen kann!"

Ein schönes Präsent wird ihm zu seinem Geburtstag der Direktor des Niederösterreichischen Landesmuseums Carl Aigner unterbreiten. "Wir arbeiten an einer großen Werkdokumentation mit 250 Arbeiten. Das spannende an seinem Schaffen ist, dass er, obwohl man es auf den ersten Blick gar nicht glauben möchte, nichts erfindet, sondern sich aus dem realen Umfeld seine eigene Architektur baut. Er arbeitet das Unbewusste, Unsichtbare der Landschaft heraus, wird zum Spurensucher, zum Archäologen und unterbreitet uns so eine unglaubliche Erweiterung der Landschaftswahrnehmung.

Korab geht es nicht um Romantik, sondern immer um das Verhältnis des Menschen zur Landschaft und welche Spuren er in ihr hinterlässt."

Tina Laske, Kronen Zeitung

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