Mi, 22. November 2017

6 Tote, 8 Verletzte

30.01.2017 06:04

Kanada-Terroranschlag: Täter rief „Allahu Akbar“

Bei einem Terroranschlag auf eine Moschee in der Stadt Quebec City an der Ostküste Kanadas hat es in der Nacht auf Montag sechs Tote und acht Verletzte gegeben. Die örtliche Polizei teilte mit, dass es eine Schießerei und mehrere Festnahmen gegeben habe. Die Opfer seien zwischen 35 und 70 Jahre alt gewesen, einer der zwei Täter habe "Allahu Akbar" gerufen. Dennoch ist nach wie vor nicht geklärt, ob es sich bei den Angreifern um Muslime handelt. Auch ein islamophober Hintergrund wird von den Behörden nicht ausgeschlossen.

Radio Canada zufolge hielten sich zum Zeitpunkt der Tat gegen 20 Uhr Ortszeit Dutzende Menschen zum Gebet in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, die zwei maskierten Männer hätten das Gebäude gestürmt und das Feuer auf die Betenden eröffnet, Einer der Männer habe dabei "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Auch mehrere Kinder hätten den Angriff miterlebt.

Zwei Tatverdächtige von Polizei gefasst
Die Polizei startete eine groß angelegte Suche nach den beiden Verdächtigen. Einer von ihnen wurde nahe des Tatorts gefasst, den zweiten Tatverdächtigen konnten die Einsatzkräfte nach einer Verfolgungsjagd etwa 20 Kilometer von der Moschee entfernt festnehmen. Laut der Zeitung "Le Soleil" war einer der Festgenommenen mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr bewaffnet.

"Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Polizeisprecher David Poitras, nachdem die Sicherheitskräfte mit einem Großaufgebot angerückt waren. "Die Umgebung wurde gesichert, wir haben alle Gebäude evakuiert."

Islamisten-Angriff oder doch rechtsradikaler Terroranschlag?
Das Motiv der Täter ist derzeit noch völlig unklar. Zeugen wollen gehört haben, dass zumindest einer der Angreifer "Allahu Akbar" gerufen habe. Ob es sich bei den Männern tatsächlich um Muslime handelt oder die Tat doch einen rechtsextremistischen und islamophoben Hintergrund hat, darüber kann derzeit nur spekuliert werden.

Die Polizei hielt sich noch bedeckt, Gerüchte, es handle sich bei den Festgenommenen um radikalislamistische Studenten aus Marokko wurden nicht kommentiert. Auch ein theologischer Konfilkt zwischen Sunniten und Schiiten wird nicht ausgeschlossen. Anhänger der beiden muslimischen Glaubensrichtungen stehen sich aktuell etwa im Syrien-Krieg gegenüber.

In letzter Zeit war es in Quebec immer wieder zu Vandalismus an Moscheen gekommen. So wurde erst vor wenigen Wochen ein Schweinekopf an der Tür eines Gebetshauses montiert. Andere Moscheen im Land wurden mit rassistischen Graffiti bemalt. 2015 war eine Moschee kurz nach den Attentaten von Paris in Brand gesteckt worden.

Premier verurteilt "terroristisches Attentat"
Kanadas Rrgierungschef Justin Trudeau verurteilte am Montag das "terroristische Attentat auf Muslime in einem Gotteshaus". Muslimische Kanadier seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft, "Vielfalt ist unsere Stärke", sagte der Premier, der den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aussprach. Derartige "sinnlose Taten" hätten keinen Platz "in unseren Gemeinden, Städten und unserem Land".

Der Premierminister der Provinz Quebec, Philippe Couillard, sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Auf Twitter rief er nach der Bluttat zur geschlossenen Ablehnung von Gewalt sowie zur Solidarität mit Muslimen auf. Die Behörden seien darum bemüht, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

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