Di, 21. November 2017

Obama selbstbewusst:

27.12.2016 05:50

„Ich hätte die Wahl gegen Trump gewonnen“

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat ungewöhnlich harte Kritik an seiner Parteikollegin, der unterlegenen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, geübt. In einem Interview sagte Obama, er sei überzeugt, dass er die Wahl gegen den Republikaner Donald Trump gewonnen hätte, wenn er für eine dritte Amtszeit antreten hätte dürfen.

Die Mehrheit der Amerikaner stehe hinter seiner "Vorstellung eines vereinten Amerika, das tolerant ist und vielfältig und offen und voller Energie und Dynamik", sagte Obama in einem am Montag veröffentlichten Interview für den Podcast des CNN-Experten David Axelrod. Axelrod hatte Obamas erfolgreiche Präsidentschaftskampagnen 2008 und 2012 geleitet. Eine dritte Amtszeit ist dem Demokraten aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erlaubt.

Als Wahlkämpfer hätte Obama diese Vorstellung klar ausgesprochen und, "so glaube ich, eine Mehrheit des amerikanischen Volkes mobilisieren und dazu bringen können, sich geschlossen dahinter zu stellen". Selbst von Gegnern habe er Zuspruch für seine politischen Überzeugungen bekommen.

Der noch amtierende US-Präsident wies auch das Argument zurück, die Demokraten hätten die weiße Arbeiterklasse aufgegeben - die Wählerschicht, aus der der siegreiche Präsidentschaftskandidat Donald Trump den Großteil seiner Anhänger rekrutiert. "Ich denke, das ist Unsinn", sagte Obama. "Das Problem ist, dass wir nicht vor Ort sind und nicht kommunizieren, dass uns diese Gemeinden am Herzen liegen, dass wir für sie bluten."

Die Clinton-Kampagne habe sich bis zuletzt zu sicher gefühlt, kritisierte Obama. Allerdings sei die demokratische Präsidentschaftsbewerberin auch das Ziel unfairer Attacken gewesen. Clinton verlor am 8. November überraschend deutlich gegen den politischen Quereinsteiger Trump.

Trump kritisiert Obama-Interview scharf
Trump übernimmt das Präsidentenamt am 20. Jänner - und mokierte sich erwartungsgemäß über das Interview Obamas, auch wenn dieser darin keinen ausdrücklichen Vergleich mit dem Republikaner anstellte. "Präsident Obama sagte, dass er glaubt, er hätte gegen mich gewonnen. (...) AUF KEINEN FALL!", schrieb Trump auf Twitter.

Als Gründe, warum auch Obama gegen ihn unterlegen gewesen wäre, führte Trump stichwortartig den Verlust von Arbeitsplätzen, die Gesundheitsreform "Obamacare" und die Terrormiliz Islamischer Staat an, für deren Erstarken er Obama immer wieder persönlich verantwortlich gemacht hat.

Franz Hollauf
Redakteur
Franz Hollauf
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