So, 19. November 2017

In Trumps Team

02.12.2016 06:23

„Mad Dog“ Mattis wird US-Verteidigungsminister

Mit dem pensionierten Vier-Sterne-General James Mattis hat sich der designierte US-Präsident Donald Trump für ein Schlachtross als Verteidigungsminister entschieden - einen kriegserprobten Kämpfer mit hoher Intelligenz, aber wenig diplomatischer Politur. Wie Trump ist der einstige Marineinfanterist Mattis äußerst direkt. Mehr als einmal hat der 66-Jährige mit seinen markigen Sprüchen Kritik geerntet. Nicht umsonst trug er im Militär den Spitznamen "Mad Dog" (Verrückter Hund).

Mattis hat mehr als 40 Jahre Dienst bei den Streitkräften hinter sich und war vor knapp vier Jahren in den Ruhestand getreten. Deswegen muss der Kongress seiner Nominierung zustimmen. Mattis gilt als einer der profiliertesten strategischen Denker im US-Militär und politisch als "Falke". Und er hatte noch einen zweiten Spitznamen: "Warrior Monk" (Krieger-Mönch) - in Anerkennung seiner völligen Hingabe an den Militärdienst. Daneben habe es kaum Zeit für das Privatleben gegeben, sagen Begleiter. Vielleicht ist Mattis auch deshalb bis heute Junggeselle.

Seine 44-jährige Militärkarriere ist blendend, sie hat ihm über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt eingetragen. Seine Marines verehrten Mattis, weil er sich stets für sie einsetzte, lieber die Nächte draußen mit ihnen an den Kampflinien verbrachte als in seinem Feldbett.

Mattis verfügt über intensive Kriegserfahrungen: Er war Bataillonskommandant im Ersten Golfkrieg, befehligte die Einsatztruppe Task Force 58 in Afghanistan und von 2002 bis 2004 - im Zuge der Irak-Invasion - die 1. US-Marineinfanteriedivision.

Obama machte ihn zum Chef des US-Zentralkommandos
Nach weiteren Führungsposten, etwa beim US Joint Forces Command und dem Allied Command Transformation der NATO, nominierte ihn Präsident Barack Obama 2010 als Chef des strategisch überaus wichtigen US-Zentralkommandos (CENTCOM), das für den Nahen und Mittleren Osten zuständig ist.

Den Posten hatte Mattis bis 2013 inne. In dieser Zeit und danach entwickelte er sich zu einem immer lauteren Kritiker von Obamas Strategien im Irak, in Afghanistan und im Krieg gegen den Terror. Mattis ist auch ein ausgesprochener Gegner des Atomdeals mit dem Iran. Er hält Obama für schwach.

"Es macht unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen"
Zu Mattis' umstrittenen Äußerungen zählt diese aus dem Jahr 2005 vor Marines: "Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen seit fünf Jahren verprügeln, weil diese sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen."

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