Fr, 23. Februar 2018

Innsbruck Tourismus

01.12.2016 16:16

"Innsbruck braucht neues Hotel"

Am Donnerstag tagt die Vollversammlung des Tourismusverbands Innsbruck. ÖVP-Stadtrat Franz X. Gruber, zuständig für Tourismus, Gesundheit, Forstwirtschaft und Flüchtlingswesen über den Verlauf der Saison in der Landeshauptstadt, das neue Top-Hotel Motel One und die Kosten für die Flüchtlingsbetreuung in Innsbruck.

Wie ist die Sommersaison in der Stadt Innsbruck verlaufen, wurden die hohen Erwartungen erfüllt?

Ein klares Ja, wir konnten den bisherigen Rekordsommer 2015 sogar nochmals um einen Prozentpunkt übertreffen. Wegen der Terrorgefahr in Europa haben wir zwar Gäste aus USA und Asien verloren, dafür aber in den Nahmärkten gepunktet und alles aufgeholt: 10% plus bei den Deutschen und Schweizern, 4% plus in Italien und Österreich.

Kommt das neue Hotelprojekt Motel One voran?

Innsbruck ist als Reiseziel und somit Hotelstandort gefragt. Die Ansiedelung von Motel One ist daher positiv zu sehen, die angedachten 300 Zimmer sind mir aber zu weit gegriffen.

Wenn Innsbruck zu wenig Hotelbetten hat, warum wehren sich dann einige Touristiker gegen den Bau von neuen?

Die Notwendigkeit neuer Betten ist bei allen unbestritten. Die geplante Größe des Motel One könnte aber zu einem Preisverfall führen, den wir nicht wollen.

Ein seltsames Argument in der freien Marktwirtschaft! Haben die Hotels Angst vor Konkurrenz?

Nein, Konkurrenz belebt das Geschäft und nützt den Konsumenten. Aber Regeln für einen fairen Wettbewerb sichern die gute Entwicklung heimischer Unternehmen. Zudem haben wir unsere Tourismusziele und die Stadtentwicklung im Auge zu behalten.

Eine andere Form von "Tourismus" beschäftigt die Stadt ebenso. Wie viele Flüchtlinge sind derzeit in der Stadt untergebracht und wie haben sich die Zahlen in diesem Sommer entwickelt?

Die Maßnahmen zur Reduktion der Flüchtlingsströme greifen. Daher haben wir mit aktuell 1800 Asylwerbern rund 200 weniger in der Stadt als zu Jahresbeginn. Auch die Verteilung in kleinere Unterkünfte im ganzen Land funktioniert jetzt.

Sucht die Stadt neue Unterkünfte?

Nein, wir haben im Februar festgehalten, dass Innsbruck seinen Solidarbeitrag in der Unterbringung schon aktiv geleistet hat. Jetzt geht es um Maßnahmen für mehr Sicherheit, Wertevermittlung, Integration, aber auch konsequente Rückführungen bei Negativbescheiden.

Wie ist der aktuelle Stand bei der Traglufthalle und dem Flüchtlingsheim Sieglanger?

Die Traglufthalle des Landes wird jetzt nicht besiedelt, steht aber als Notquartier bis auf weiteres zur Verfügung. Für das Projekt im Sieglanger sehe ich aktuell auch keinen Bedarf mehr, die unbegleiteten Minderjährigen können in bestehenden Einrichtungen untergebracht werden.

Derzeit tagt der Gemeinderat zum Doppelbudget. Wie viel Geld ist von Seiten der Stadt für die Flüchtlingsbetreuung vorgesehen?

Wir haben heuer 150.000 Euro vorgesehen gehabt, diese aber nicht ausgeschöpft. Wir arbeiten hier sparsam und bleiben daher beim gleichen Budgetansatz, mit dem wir Projekte der Kirche, von NGOs und des Landes unterstützen.

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