Mo, 20. November 2017

Schlacht um Mossul

30.11.2016 06:02

„Mad Max“-Fahrzeuge als gefürchtete Waffe des IS

Scharfschützen und mit Sprengstoff beladene gepanzerte Fahrzeuge sind die gefährlichsten Waffen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Kampf gegen die irakische Armee und mit ihr verbündete Truppen in der Schlacht um die IS-Hochburg Mossul. Die gepanzerten Monster erinnern an Fahrzeuge aus den "Mad Max"-Filmen und verbreiten auch Angst unter den schiitischen und kurdischen Milizen. Maschinengewehre und Handgranaten können gegen diese "Kamikaze-Autos" nichts ausrichten.

In einem kürzlich veröffentlichten Video sieht man ein noch intaktes Fahrzeug, das die Anti-IS-Koalition erbeuten konnte. Es handelt sich um einen umgebauten und mit Stahlplatten verstärkten Bergwerksbagger.

Stahlräder und Schießluken
Stahlräder mit Noppen ersetzen die Reifen. So soll verhindert werden, dass diese während eines Angriffs durchschossen werden. An zahlreichen Stellen des Gefährts befinden sich Schießluken. Der Bagger soll Medienberichten zufolge auf einem verlassenen IS-Stützpunkt neben anderen "Kamikaze-Waffen" gefunden worden sein.

Laut einer Reuters-Meldung haben die Koalitionstruppen seit Beginn der Offensive zur Rückeroberung der zweitgrößten Stadt des Irak Mitte Oktober mehr als 60 solcher Selbstmordattentäter-Fahrzeuge zerstört. Mehr als 200-mal seien diese gefürchteten Waffen seitens der Islamisten eingesetzt worden.

Dieses Video zeigt die Zerstörung einer dieser sogenannten VBIEDs (Vehicle-Borne Improvised Explosive Devices):

Der relativ rasche Vormarsch der Anti-IS-Koalition ist unterdessen an den Stadtgrenzen Mossuls ins Stocken geraten. Zwar ist der Osten der Stadt laut Regierungsangaben bereits weitgehend vom IS gesäubert, dennoch leisten die Islamisten erbitterten Widerstand. Die bisherigen Schätzungen von 5000 bis 6000 IS-Kämpfern in der Stadt dürften allerdings zu hoch gewesen sein, hieß es zuletzt seitens der Allianz.

IS-Scharfschützen töten Zivilisten
Es wird vermutet, dass noch etwa eine Million Einwohner in der größten Stadt im Nordirak leben. Die Menschen werden laut Angaben der Vereinten Nationen gezielt als menschliche Schutzschilde missbraucht. Eine Sprecherin der UNO sagte zudem am Dienstag, dass IS-Scharfschützen gezielt mehrere Zivilisten getötet hätten, weil diese nicht zulassen wollten, dass Raketen auf den Dächern ihrer Häuser montiert werden. Andere würden getötet, weil sie die belagerte Stadt verlassen wollten oder im Verdacht stünden, Informanten der Armee zu sein. Um zivile Opfer zu vermeiden, setzt die irakische Armee laut eigenen Angaben keine Panzer oder andere schwere Waffen in der Stadt ein.

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