So, 19. November 2017

Einfach ausgesetzt

26.08.2016 10:29

Pfotenhilfe entsetzt: „Horrorsommer für Katzen“

"Für Katzen ist es ein wahrer Horrorsommer", klagt Jürgen Stadler von der Pfotenhilfe Lochen. Beinahe täglich erreichen die Tierschutzorganisation Notrufe wegen ausgesetzter Katzen. Abgesehen von allen anderen Tiernotfällen ging es allein diese Woche um Asyl für vier ausgesetzte Katzenbabys, ein verwaistes Kitten und eine Katzenmutter samt Babys, die nachts über den Zaun geworfen worden waren. "Und das ist nur die Spitze des Eisberges", so Stadler.

"So einen argen Sommer hatten wir noch nie", so Pfotenhilfe-Geschäftsführerin Johanna Stadler. "Ich hab sogar schon bei mir zu Hause drei Zimmer für Katzenfamilien zur Verfügung gestellt, weil in der Pfotenhilfe einfach kein Platz mehr ist und viele der Tiere ansteckend krank sind und unter Quarantäne gestellt werden müssen. Und ich bin natürlich Tag und Nacht die Ersatzmutter für die verwaisten Findlinge und füttere sie alle drei Stunden mit dem Fläschchen."

"Es gibt zu wenige Versorgungseinrichtungen"
Seit 1. April 2016 müssen laut Verordnung von Tierschutzministerin Sabine Oberhauser auch Bauernhofkatzen kastriert werden. Auch der Strafrahmen für das Aussetzen von Tieren wurde mit 1. Jänner 2016 auf zwei Jahre erhöht. Laut Stadler habe die Zahl der Notfälle aber bisher nicht abgenommen: "Ich denke, dass durch die Aufklärungsarbeit der Tierschutzorganisationen die Leute mehr Bewusstsein entwickeln und nicht mehr so oft wegschauen, wenn sie verwaiste oder verunfallte Tiere sehen. Das ist natürlich gut für die Opfer, zeigt aber, dass es viel zu wenige Einrichtungen gibt, die Tiere verwahren und versorgen können."

Allein in der Pfotenhilfe Lochen landen Notfälle aus halb Oberösterreich, dem Salzburger Flachgau und der Stadt Salzburg. Anfragen kommen aber regelmäßig auch aus allen anderen Bundesländern.

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