So, 19. November 2017

Fragen an Vassilakou

04.07.2016 17:00

„Leider noch keine Öffi-Karte für Flüchtlinge“

Sie musste viel Kritik einstecken (Chauffeurfahrten, Staus, Lobautunnel), teilte im "Krone"-Interview aber auch aus (1000-Euro-Anzüge und geschrumpfte ÖVP) - die Rede ist von Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou. Auf krone.at hatten auch ein paar Leser Fragen an die Grünen-Politikerin. Wir haben sie weitergeleitet.

Leserkommentar 1: Weil ja die Pendler so oft kritisiert werden: Ich bin in Wien geboren und habe dort auch sehr lange gelebt und arbeite immer noch dort. Vor ein paar Jahren bin ich weggezogen, weil sich diese wunderschöne Stadt extrem zum Schlechten gewandelt hat. Sei es wegen der Verkehrspolitik, der Migrationspolitik, Wohnpolitik und noch vielem mehr. Genau aus solchen Gründen hat Niederösterreich einen solch hohen Zuwachs an Einwohnern.
Maria Vassilakou: Ich habe nie Pendler kritisiert, und zweifelsohne ist das Häuschen im Grünen ein Traum, den sich viele Menschen erfüllen wollen. Wenn man einmal in Niederösterreich angekommen ist, ist man leider auf das Auto angewiesen. Und das Gebot der Stunde ist, dass Niederösterreich endlich große Investitionen für den öffentlichen Verkehr vornimmt, um eine Million Menschen im Wiener Umland Alternativen zu bieten. Wegen der umgestellten VOR-Tarife bin ich sehr besorgt. Ich halte das für das falsche Signal. Gerade jetzt sollen die Tarife günstiger werden und nicht teurer. Das treibt die Menschen leider ins Auto zurück und macht die vielen Wiener Bemühungen zunichte.

Leserkommentar 2: Um wieder in der Realität anzukommen, empfehle ich Frau Vassilakou einen mitternächtlichen Spaziergang alleine im 15. Bezirk - eventuell Nähe Sechshauserstraße oder Westbahnhof.
Vassilakou: Ich habe lange genug ganz genau dort gewohnt und habe viele mitternächtliche Spaziergänge alleine unternommen. Sie waren weder schön noch schick. Die Gegend war und ist nach wie vor kein Villenviertel. Ich habe mich manchmal sicher und manchmal weniger sicher gefühlt, je nachdem, wem ich begegnet bin. Wesentlich ist, dass Wien eine Stadt bleibt, in der Frauen nachts alleine unterwegs sein können. Dazu aber braucht es eine schonungslose Diskussion über die Hotspots, die es gibt in der Stadt, Stichwort Prater, und eine Investition in die soziale Arbeit vor Ort, die fehlt, sowie in Neugestaltungsmaßnahmen und natürlich auch eine gute Zusammenarbeit mit der Wiener Polizei.

Leserkommentar 3: In der grünen Welt verkauft man den Bürgern alles als Erfolg. Sogar die Vier-Euro-Monatsmarke für die Flüchtlinge, die der arbeitende Steuerzahler finanziert.
Vassilakou: Die Monatskarte für Flüchtlinge gibt es leider noch nicht. Die Verhandlungen laufen und der Fahrschein bedeutet, dass Eltern ihre Kinder zur Schule bringen können, zu den Deutschkursen und zum AMS fahren können. Und es bedeutet, dass Flüchtlinge langsam Teil der Stadt werden können.

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