Fr, 24. November 2017

Khan Younis Zoo

15.06.2016 08:58

„Vier Pfoten“ führen Vet-Check in Gaza durch

Ein "Vier Pfoten"-Team war am Wochenende im Gazastreifen aktiv. Die internationale Tierschutzorganisation hatte die Mission zur Evaluierung des Gesundheitszustands der verbliebenen 15 Tiere im Khan Younis Zoo gestartet. Dabei führte das "Vier Pfoten"-Team auch einen Sicherheitscheck der Gehege durch.

"Laziz", der letzte Tiger in Gaza, einige Affen, Adlerbussarde, ein Emu, Rehe, Schildkröten und Stachelschweine leben dort noch immer unter furchtbaren Bedingungen. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" holte wichtige Informationen zum Status Quo vor Ort ein und wird nun die bestmögliche Lösung für alle Tiere im Zoo und deren Umsetzung evaluieren.

"Die Standards sind leider katastrophal"
Vergangene Woche traf ein Team unter der Leitung von Amir Khalil im Khan Younis Zoo ein. Es war einige Tage lang vor Ort aktiv, stellte dringend benötigte medizinische Versorgung bereit und sammelte Informationen über die Tiere und die Gehege, in denen sie untergebracht sind. Khalil berichtet: "Die Standards bezüglich Tierschutz und Tiermanagement in Khan Younis sind leider katastrophal! Einer der Journalisten, die uns begleitet haben, wurde sogar von einem der Affen gekratzt, weil die Gehege so schlecht abgesichert sind und kein zweiter Zaun vorhanden ist."

Affe ist trächtig und krank
Bei der medizinischen Untersuchung stellte sich heraus, dass einer von den fünf Affen im Zoo trächtig ist und an einem starken Husten leidet. Weitere drei Affen wurden betäubt und medizinisch behandelt. Ihre Blutproben wurden untersucht, sie bekamen Vitamine und wurden geimpft. Abgesehen von dem Affen, der an Husten leidet, und einem hinkenden Emu ist der Gesundheitszustand der Tiere recht gut.

Futterlieferungen und Enrichment
Doch sie leben in extrem kleinen und verschmutzten Käfigen mit unzureichender Wasserversorgung. "Um die Haltungsbedingungen in Khan Younis zu verbessern, haben wir einfache Maßnahmen umgesetzt, zum Beispiel haben wir Beschäftigungsmaterial in einigen Käfigen angebracht", erklärt Khalil.

Dank der früheren Futterlieferungen, welche die "Vier Pfoten" organisiert hatte, scheint auch der Tiger Laziz gut genährt und hat sich in den letzten Monaten deutlich erholt. Sein Gesundheitszustand scheint soweit in Ordnung.

Sicherheitscheck der Gehege
Das Team führte bei allen Gehegen einen Sicherheitscheck durch, um sicher zu gehen, dass sowohl die Sicherheit der Tiere, als auch die der Menschen gewährleistet ist. Der Check hatte hohe Priorität, da im schlimmsten Fall sogar das Zoopersonal in Gefahr wäre, wenn eines der Wildtiere entkommen und frei herumlaufen würde.

Der "schlimmste Zoo der Welt"
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte der Zoo seine Tiere nicht mehr angemessen versorgen und ausreichend Futter bereitstellen. Um mehr Besucher anzulocken und Einkommen zu generieren, stellte der Besitzer sogar die mumifizierten Körper bereits verstorbener Tiere aus. So erlangte Khan Younis seinen zweifelhaften Ruf als "schlimmster Zoo der Welt". Der Besitzer baten die "Vier Pfoten" bereits im Februar 2016 um Hilfe und die internationale Tierschutzorganisation organisierte die dringend notwendigen Futterverteilungen.

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