Mo, 21. Mai 2018

Steuer-Tricksereien

20.04.2016 17:00

Anklage gegen Grazer Promi-Chirurg ausgeweitet

Ein renommierter Grazer Arzt muss sich vor Gericht verantworten, weil er dem Fiskus laut Anklagebehörde 541.328,60 Euro Steuern vorenthielt. Nun hat die Staatsanwältin die Anklage gegen die medizinische Koryphäe auch noch ausgedehnt: auf betrügerische Krida.

Der elegante, weltgewandte Mediziner hat sich mit Fleiß und Könnerschaft eine hervorragend laufende Praxis aufgebaut. Die glänzende Laufbahn hat einen erheblichen Dämpfer erfahren: Dem Chirurgen wird vorgeworfen, er hätte Gewinnentnahmen aus seiner GmbH nicht versteuert. Der Mediziner ist empört: "Ich hinterziehe doch keine Steuern, da ruiniere ich meine Karriere!"

Keine Gewinnentnahme sondern Darlehen
Die Verteidigung meint nun, es habe sich gar nicht um Gewinnentnahmen, sondern um ein laufendes Darlehen gehandelt. Jahrelang sei dieses Darlehen – monatlich über 6000 Euro – seine Einnahmequelle gewesen. Richterin Michaela Lapanje: "Im Finanzverfahren haben Sie nie etwas von Darlehen gesagt, das ist Ihnen erst jetzt eingefallen?"

Betrügerische Krida?
Wegen des Darlehens weitete die Staatsanwältin die Anklage auf betrügerische Krida aus: Er habe so Beiträge zur Seite geschafft, habe gewusst, dass er das Darlehen der eigenen Firma (die bizarrerweise zugleich Kreditgeberin und Sicherheit war) nicht werde zurückzahlen können. Das Unternehmen ging in Konkurs, Geschädigte blieben zurück.

Der Mediziner: "Man will mir da eine kriminelle Geschichte anhängen. Das ist ein Witz!" Nun soll sein Steuerberater doch noch aussagen. Vertagt.

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