Mo, 20. November 2017

Tierschutz-Erfolg

15.04.2016 14:31

Tötung männlicher Küken soll bald Geschichte sein

Mit dem gemeinsamen Projekt "Haushuhn und Gockelhahn" haben die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und Ja! Natürlich einer Branchenlösung für Bio-Eier den Weg bereitet: In Zukunft dürfen Eier nur dann als "Bio" verkauft werden, wenn auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Entsprechende Gespräche zwischen Brütereien, Bio-Eierproduzenten und Lebensmittel-Einzelhandel in Österreich stehen kurz vor dem Abschluss.

Bis heute werden männliche Küken von Legehennen unmittelbar nach dem Schlupf getötet, da sie bei der Eierproduktion nicht gebraucht werden. Die "Vier Pfoten" und Ja! Natürlich starteten bereits 2013 ihr Pilotprojekt, das zeigte, dass eine Lösung dieses ethischen Problems sehr wohl möglich ist. Alleine im Jahr 2014 wurden in Österreich insgesamt 9,4 Millionen männliche Küken getötet.

Grüne fordert Klarstellung des Gesetzes
Die Grüne Abgeordnete Christiane Brunner brachte nun einen Entschließungsantrag im Nationalrat ein, dem Parlament eine Gesetzesvorlage zuzuleiten, die klarstellt, dass die Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile keinen vernünftigen Tötungsgrund im Sinne des §6 des Tierschutzgesetzes darstellt. Damit wäre das Ermorden der männlichen Küken illegal, denn in §6 (1) des Tierschutzgesetzes wird ausgeführt: "Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten."

"Geld nicht wichtiger als Interessen der Tiere"
"Dieses ökonomische Interesse kann nicht schwerer wiegen, als das schutzwürdige Interesse des Tieres an seiner Unversehrtheit und seinem Wohlbefinden und ist daher nicht ausreichend, um als 'vernünftiger Grund' im Sinne des Tierschutzgesetzes gewertet zu werten", so Brunner. "Diese Praxis ist darüber hinaus auch nicht vereinbar mit dem als Staatsziel verankertem Tierschutz, aus dem eine Mitveranwortung des Menschen für die in seiner Obhut befindlichen Lebewesen abgeleitet werden muss."

Appell an den Konsumenten
"Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner sieht auch die Konsumenten in der Verantwortung: "Für den Bauern würde das Aufziehen der männlichen Küken Mehrkosten bedeuten. Es ist also unumgänglich, dass wir alle dazu bereit sind, für Eier und Fleisch mehr Geld auszugeben und auch mehr über unsere verschwenderischen Konsumgewohnheiten nachzudenken!"

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).