Mo, 21. Mai 2018

Besitzer verzweifelt

11.04.2016 17:13

Hunde erschossen: Jäger im Visier der Ermittlungen

Fassungslosigkeit in einer kleinen, oststeirischen Gemeinde: Zwei Jäger haben zwei Hunde getötet - und das angeblich vor Zeugen. Die Zeugen sprechen von einem "grauenhaften Gemetzel" mit einem elendiglichem Todeskampf für die Tiere. Auch ein Kind, das laut Mutter schwer traumatisiert ist, musste die Tat mit ansehen. Ein Jäger behauptete jedoch, dass es sich um einen ordnungsgemäßen Ablauf handelte.

Jamie und Senta sind nicht mehr. "Meine Senta, ein Schäferhundmischling, war eine Seele von einem Hund, hat mit Katzen im Korb geschlafen, mit Hasen, Hühner, Enten zusammengelebt. Nie hätte sie gewildert!" sagt das völlig entsetzte Herrl. Jedoch war sie läufig, und sei daher leider mit ihrem Dackelmixfreund Jamie ausgebüchst. "Wir haben die beiden gesucht, aber leider halt nicht gleich gefunden," so Jamies Besitzer.

"Wir sind mehrmals angerufen worden, dass sie gewildert und ein Reh gerissen hätten", behauptet hingegen der Jäger, der daraufhin hätte "handeln müssen".

"Mädchen hat nur noch geschrien"
Über das nachfolgende Geschehen gibt’s zwei Versionen. "Die Hunde sind nur in einer Einfahrt im Ort an der Straße ruhig gesessen, haben keinem irgendwas getan", so eine Zeugin. Dann sei der Jäger gekommen und hätte, eben mitten im Ort an der Straße, auf sie gefeuert. "Wir haben einen Schuss gehört. Dann war Gewinsel und Gejaule, es war schrecklich, der eine Hund hat sich immer wieder aufgebäumt! Wir hatten Kinder hier, die sind alle fertig." Ein Mädchen soll sogar schwer traumatisiert sein: "Es hat den Mann mit dem Gewehr gesehen, nur noch geschrien."

Jäger: "Bin mit keiner Schuld bewusst"
Der Jäger - der uns gleich vorab mit Klagen drohte - schildert den Hergang allerdings so: "Die Hunde sind auf einem Acker gewesen. Ich habe mit einem Schuss beide getroffen, sie waren beide auf der Stelle tot." Einer sei dann noch fünf Meter auf die Straße gerannt. Wie ein toter Hund das macht? Die Antwort ist irgendwas mit "waidwund" und "das verstehen Laien nicht". Dass auf ein Tier sogar noch zusätzlich eingestochen (!) worden sein soll streitet er ab. Das wird die Veterinäruni in der Obduktion klären. Und: "Es war kein Zeuge dabei, keiner war in Gefahr, ich bin mir keiner Schuld bewusst." Sein Kollege sei später dazu gekommen.

Waidmännisch hat sich der Jäger auf jeden Fall ins Unrecht gesetzt. Hunde dürfen ausnahmslos nur geschossen werden, wenn sie "Wild jagend" erwischt werden. Jetzt wird ermittelt.

Dass das Ende ihrer Tiere so entsetzlich war belastet beide Besitzer schwer: "Sie waren liebevolle, Mitglieder unserer Familie. Wir sind in einem Tal der Tränen."

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