So, 19. November 2017

Doppelte Tierqual

31.03.2016 09:21

Walfleisch endet oft als Futter in Pelztierfarmen

Anfang April stechen Norwegens Walfänger wieder in See - es ist der Auftakt zur größten Jagd auf Bartenwale weltweit. Dabei genehmigt sich die Regierung für die kommenden sechs Jahre eigenmächtig eine Fangquote von jährlich 880 Zwergwalen und ignoriert damit weiterhin das kommerzielle Walfangmoratorium. Besonders brisant: Mehr als 113 Tonnen Zwergwal-Fleisch (dies entspricht rund 75 Tieren) wurden 2014 auf norwegischen Pelztierfarmen an Zuchtnerze und -füchse verfüttert.

Seit Jahren essen immer weniger Norweger Walfleisch. "Offenbar verkauft sich das Walfleisch so schlecht, dass es sogar als Tierfutter verwendet wird", sagt Sandra Altherr von "Pro Wildlife". "Dass Meeressäuger als Futter auf Pelzfarmen enden, ist in doppelter Hinsicht grausam und absolut überflüssig." 2014 produzierte Norwegen 165.000 Fuchsfelle und 850.000 Nerzfelle. Ein Teil davon wird in die EU exportiert: 71.000 Kilogramm Fuchsfelle und 180.000 Kilogramm Nerzfelle waren es laut Eurostat allein in den letzten beiden Jahren.

Selbst auferlegte Quote sinkt - doch Norwegen fängt mehr Wale als Japan
Die neue Quote fällt mit 880 Tieren deutlich geringer aus als in den letzten Jahren, als jeweils 1286 Zwergwale zur Jagd freigegeben wurden. "Norwegens Quoten sind von der Internationalen Walfangkommission (IWC) nicht genehmigt. In den letzten 15 Jahren wurden jährlich zwischen 464 und 736 Zwergwalen getötet", sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von "OceanCare".

"Norweger töten mehr Wale als die Japaner"
"Derzeit haben die Norweger mehr Wale auf dem Gewissen als die viel kritisierten Japaner". 5617 Wale fielen in den letzten zehn Jahren Norwegens Explosivharpunen zum Opfer, in Japan waren es 5436. Da Japan und Norwegen einen formellen Einspruch gegen das internationale Handelsverbot eingelegt haben, dürfen sie sogar mit Walfleisch handeln, ohne internationale Konsequenzen befürchten zu müssen. Seit 2014 hat Norwegen 172 Tonnen Walfleisch und -speck nach Japan exportiert.

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