Do, 14. Dezember 2017

Jordaniens König:

29.03.2016 08:14

"Türkei schickt Terroristen weiter nach Europa"

Jordaniens König Abdullah pflegt eigentlich gute Beziehungen zur Türkei. Doch wie jetzt bekannt wurde, hat er bereits im Jänner in einem Meeting hinter verschlossenen Türen mit hochrangigen US-Politikern vor der "Durchwinkpolitik" der Türkei in Bezug auf Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat gewarnt, die versuchen, als Flüchtlinge getarnt nach Europa zu reisen. "Die Tatsache, dass Terroristen nach Europa gelangen, war und ist Teil der türkischen Politik", so der König.

"Dafür bekommt die Türkei dann einen Klaps auf die Hand und wird wieder vom Haken gelassen", sagte Abdullah laut einem Bericht der "Washington Post" bei dem Treffen im Jänner. Die Regierung in Ankara würde demnach nichts tun, um die Terroristen aufzuhalten, und bevorzuge "eine radikalislamische Lösung" der Syrien-Krise. Jordanien hingegen würde eine moderate Lösung des Konflikts bevorzugen, "und zwar eine, die keine religiöse Option zulässt", erklärte der König.

Außerdem würde die Türkei dem IS helfen, sein Öl zu exportieren, so Abdullah. Obwohl Jordanien sonst ein sehr gutes Verhältnis zur Türkei pflege, sei man hier "strategisch nicht auf einer Wellenlänge". Auch einen möglichen EU-Beitritt der Türkei sieht der König kritisch: "Da sollte man lieber Albanien aufnehmen."

Davutoglu wiegelt ab
Angesprochen auf diese schweren Vorwürfe erwiderte der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu nach einem Treffen der beiden Staatsoberhäupter am Wochenende: "Es gibt keinerlei Probleme bei den bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Jordanien." Erst kürzlich hätten die beiden Länder ein Zehn-Jahres-Abkommen für Handel und Wirtschaft unterzeichnet.

Als Nachbarland Syriens trifft Jordanien die Flüchtlingskrise besonders hart. Angaben der jordanischen Regierung zufolge halten sich rund 1,7 Millionen Syrer in dem Wüstenstaat, der selbst nur 6,5 Millionen Einwohner hat, auf. Offiziell als Flüchtlinge registriert sind laut UNHCR allerdings nur 700.000 Menschen.

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