Sa, 18. November 2017

Bereits zweiter Fall

10.03.2016 11:28

Wieder zwei Babys in Grazer Uniklinik vertauscht

Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass eine junge Steirerin als Baby im Grazer LKH-Uniklinikum vertauscht wurde - nun ist es ein weiteres Mal zu einer Verwechslung zweier Neugeborener gekommen. Der fatale Irrtum fiel zum Glück einer der frischgebackenen Mütter auf: Sie hatte ein Mädchen zur Welt gebracht, jedoch einen kleinen Buben zum Stillen gereicht bekommen. Der Vorfall konnte daher rasch aufgeklärt werden.

Das Vertauschen von Babys sollte aufgrund der geltenden Vorsichtsmaßnahmen eigentlich gar nicht möglich sein - und dennoch kam es vor wenigen Tagen wieder zu einer Verwechslung, wie am Donnerstag seitens des LKH-Universitätsklinikums bestätigt wurde.

Ursache für den Irrtum war laut Anstaltsleitung "menschliches Versagen". Eine Kinderschwester hat nach der Erstlingsuntersuchung die Babys in die falschen Betten gelegt. "Der aufmerksamen Mutter ist das jedoch, nachdem es sich um einen Buben und ein Mädchen handelt, sofort aufgefallen", wurde Betriebsdirektor Gebhard Falzberger in der Stellungnahme zitiert. Die Mutter des Buben wollte ihr Neugeborenes vor dem Stillen wickeln und entdeckte das Malheur: "Sie hatte ein Mädchen am Wickeltisch vor sich liegen und nicht ihren Sohn", sagte Pressesprecherin Simone Pfandl-Pichler.

"Falsche Zuordnung wäre bemerkt worden"
Mithilfe von Identifikationsbändern - jedes Neugeborene wird mit Datenbändchen an Arm und Bein versehen - konnte das vertauschte Baby rasch gefunden werden. "Aufgrund der engmaschigen Sicherheitsmaßnahmen wäre diese falsche Zuordnung kurze Zeit später bei der nächsten Kontrolle durch die Pflegekräfte bemerkt worden", versicherte Klinikvorstand Uwe Lang.

Besagte Bänder müssen zweimal täglich - in der Früh und am Abend - mit jenen der Mutter verglichen und die Kontrolle in der Pflegedokumentation vermerkt werden. Die beteiligte Kinderschwester wurde verwarnt, die Anstaltsleitung habe sich bei den Müttern entschuldigt, hieß es.

Beunruhigung herrschte dennoch, da eine der beiden stillenden Mütter laut an einer chronischen Infektionskrankheit leidet: Laut Krankenhaus wurde das Neugeborene aber geimpft, eine Ansteckung ist demnach sehr unwahrscheinlich, hieß es gegenüber der "Krone".

Grazerin vor 25 Jahren als Baby vertauscht
Erst im Jänner war - wie berichtet - bekannt geworden, dass eine Steirerin vor 25 Jahren als Baby im Grazer LKH-Uniklinikum vertauscht worden war. Die Staatsanwaltschaft Graz ist seit April 2015 mit dem Fall befasst, hat das Verfahren aber "aus Beweiserwägung" eingestellt.

Verunsicherten Frauen wurde daraufhin seitens des LKH Graz ein kostenloser DNA-Test angeboten. Rund 30 Frauen hatten sich gemeldet, um eine genetische Verwandtschaft zur Mutter der vor 25 Jahren vertauschten Frau bzw. zu dieser selbst auszuschließen. Eine entsprechende DNA-Übereinstimmung wurde bisher nicht gefunden.

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