So, 19. November 2017

Nach Gatterjagd

26.01.2016 20:33

Mayr-Melnhof: „Ich fürchte um die Sicherheit“

Es liest sich wie ein Krimi: Der Streit zwischen dem "Verein gegen Tierfabriken" und dem Salzburger Unternehmer Maximilian Mayr-Melnhof (45) hat sich derart drastisch zugespitzt, dass sich der sechsfache Vater jetzt verzweifelt an die Öffentlichkeit wendet: "Das ist eine Kampagne gegen meine Person, die ich nicht länger hinnehmen kann und will. Ich muss zwischenzeitlich um meine Sicherheit und die meines Umfelds fürchten."

Auslöser ist die von Mayr-Melnhof veranstaltete Gatterjagd in seinem Jagdgebiet Antheringer Au. Dabei werden Wildschweine in einem umzäunten Gebiet von Anhängern des Jagdsports im Rahmen eines größeren Events gejagt und erlegt. So die wertfreie Beschreibung einer Jahrhunderte alten Tradition, die sich in Österreich wachsender Beliebtheit erfreut. Der Verein nennt es hingegen sehr dramatisch "Wildschweinmassaker". Jetzt kann man zum Thema Gatterjagd stehen, wie man will, von Seiten des Gesetzgebers gibt es jedoch keine Einwände.

Problematisch wird es allerdings, wenn die Debatte derart emotional geführt wird, dass es zu strafbaren Handlungen kommt. Das Ergebnis: Angst und eine Anzeigenflut. Da beklagt der Verein gegen Tierfabriken die Beschädigung einer Video-Drohne, die während einer Gatterjagd abgeschossen wurde. Außerdem hat er Anzeigen gegen einen Jagdhelfer wegen Nötigung und gegen Mayr-Melnhof wegen Tierquälerei erstattet. Der Baron aus Glanegg kontert seinerseits mit vier Anzeigen: Wegen Besitzstörung, Verleumdung, Kreditschädigung und Rufschädigung. Die Klärung der Sachverhalte obliegt der Justiz.

"Wir machen nichts Illegales!"
Nur ist das Kräfteverhältnis zwischen dem Verein und Mayr-Melnhof ähnlich gerecht verteilt wie das zwischen Wild und Schützen bei der Gatterjagd. Der Grund: Der Verein ist gut organisiert, nicht gerade zimperlich in seiner Öffentlichkeitsarbeit und berichtet zudem im Internet ausführlich über seine Aktivitäten - auch gegen Mayr-Melnhof. Der Betroffene selbst bezeichnet sich "als einfacher Bauer", weiß nicht, wie er sich gegen den digitalen Misskredit wehren kann. Das Bild, das die Tierschützer skizzieren, will er jedenfalls nicht länger unkommentiert hinnehmen. Mayr-Melnhof zur "Krone": "Wir machen nichts Illegales! Auch ich achte die Tiere, aber ich habe auch gelernt, mit Achtung zu töten. Das Fleisch wächst eben nicht in der Cellophan-Packung."

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