Mi, 23. Mai 2018

Buntes Gemeuchel

15.01.2016 08:05

"Assassin's Creed Chronicles: India" im Test

Denkt ein Spieler an die "Assassin's Creed"-Reihe, fallen ihm vor allem Verfolgungsjagden durch Gassen und über Dächer spektakulärer 3D-Städte dazu ein. Auf die "großen" Teile der Saga trifft das auch zu. Mit der "Chronicles"-Reihe gibt es seit einer Weile aber auch einen 2D-Ableger, der den Spieler als Assassinen in drei Episoden ins alte China, nach Indien und in die entstehende Sowjetunion entführt. Teil zwei ist gerade erschienen. krone.at hat den Test.

Nach dem voriges Jahr veröffentlichten und recht gelungenen "Assassin's Creed Chronicles: China" - hier geht's zum Test - hat Ubisoft jetzt den Indien-Teil in den Handel gebracht. Darin schlüpft der Spieler zur Kolonialzeit des Jahres 1841 in die Haut des indischen Assassinen Arbaaz Mir und macht sich auf die Jagd nach einem sagenumwobenen Diamanten.

Das war's im Grunde auch schon mit der im indischen Stil mit hübschen Zeichnungen, Audioschnipseln und Textboxen angereicherten Handlung von "Assassin's Creed Chronicles: India", was angesichts des spannenden Gameplays aber nicht gestört hat.

Taktisch forderndes Stealth-Gameplay
Spielerisch gibt sich der neue "Chronicles"-Ableger - ebenso wie der Vorgänger - als taktisch fordernder Mix aus 2D-Stealth-Action à la "Mark of the Ninja" und den flotten Parcours-Einlagen der "Assassin's Creed"-Reihe. Es gilt, unter Nutzung vieler Spezialfertigkeiten - ablenkende Pfiffe, Rauch- und Lärmbomben, Enterhaken, K.O.-Würgegriff und natürlich Meucheln - unbemerkt durch die Levels zu huschen und möglichst wenig Spuren zu hinterlassen.

Klar kann man auch morden, das ist aber aus zwei Gründen eher unklug: Erstens teilen die Gegner ordentlich aus und schicken den Helden Arbaaz recht schnell ins digitale Nirvana, andererseits bestraft das Game Tote mit Punkteabzug.

Klingt zunächst seltsam, spielt sich aber sehr spannend. Wie in der beinharten alt-ehrwürdigen "Commandos"-Reihe muss man sich die Routen und Gewohnheiten von Wachen einprägen, ihre Sichtkegel studieren, den richtigen Zeitpunkt abwarten, eine Strategie ausbrüten und sie solide umsetzen.

Fiese Fallen eingebaut
Fehler werden gnadenlos bestraft, stellenweise hatten wir sogar ein wenig das Gefühl, den Ubisoft-Spieldesignern hätte es Freude bereitet, Fallen in "India" einzubauen, die dem Spieler bei der ersten Begegnung mit nahezu völliger Sicherheit den Tod bringen - oder dafür sorgen, dass er entdeckt wird.

Aber aus Erfahrung lernt man und der Tod ist in "India" nur der Auftakt für den nächsten - dann hoffentlich erfolgreichen - Versuch. Für Auflockerung sorgen zwischendurch Speedrun-Levels, in denen man durchaus schon mal von einem Elefanten gehetzt wird, der Fokus liegt aber klar am Stealth-Gameplay.

Stimmungsvolle Indien-Optik
Optisch gibt sich "India" wie sein Vorgänger als Sidescroller, allerdings nicht in reiner 2D-Optik, sondern in "2,5D". Soll heißen: Der Spieler läuft stets von links nach rechts, wechselt dabei aber immer wieder zwischen verschiedenen Ebenen hin und her, die dem Game Dynamik verleihen.

Der ausnehmend bunte Grafikstil mit angedeuteten Mandalas und anderen indisch angehauchten Designelementen passt gut zum Spiel, die Animationen des durch die Levels flitzenden Assassinen sind geschmeidig und gut gelungen. Manch ein Spieler könnte sich zwar etwas mehr Details wünschen, im Großen und Ganzen ist "India" optisch aber ein gelungenes Gesamtpaket.

Schöner Sound, eingängige Steuerung
Soundtrack und Sprachausgabe - etwa miteinander tratschender Wachen - passen ebenfalls sehr gut ins Indien-Setting, die Entwickler haben sogar darauf geachtet, dass über weite Strecken indisch gesprochen wird. Die Musik ist an die Spielgeschwindigkeit angepasst, mal dezent und leise, mal pathetisch und laut.

Bei der Steuerung - es empfiehlt sich ein Gamepad - macht "Assassin's Creed Chronicles: India" keine Experimente. Die Folge: Wer schon den Vorgänger oder ein vergleichbares Game gespielt hat, findet sich schnell zurecht, auch wenn gerade die Nutzung von Spezialfertigkeiten Einsteigern etwas Einarbeitungszeit abverlangt.

Fazit: "Assassin's Creed Chronicles: India" ist für zehn Euro ein unterhaltsamer und stilistisch sehr hübscher 2D-Ableger der Meuchelmörder-Saga, dem man am ehesten die großen Ähnlichkeiten zum eigenen Vorgänger zum Vorwurf machen könnte. Wer "China" kennt, entdeckt in "India" wenig Neues. Stellenweise ist das Game durch die eingebauten Fallen zwar fies, was Einsteiger abschrecken könnte, wer taktische Herausforderungen und unverzeihliches Gameplay mag, kommt dafür umso mehr auf seine Kosten.

Plattform: PC (getestet), PS4, Xbox One
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 8/10

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