So, 17. Dezember 2017

Zwei Drittel dagegen

28.09.2015 16:05

Länger Arbeiten? Klare Absage von Angestellten

Rund 30 Funktionäre des Österreichischen Gewerkschaftsbundes befragten in der vergangenen Woche die Handelsangestellten nach ihrer Meinung zur Verlängerung der Öffnungszeiten bei der Shopping-Night am Freitag sowie zur Sonntagsöffnung. Das am Montag präsentierte Ergebnis ist klar: Nahezu zwei Drittel der Befragten sprechen sich gegen diese Veranstaltung aus.

1850 von den rund 3000 Handelsangestellten beteiligten sich an der Umfrage. "68 Prozent möchten nicht persönlich bei der nächsten Einkaufsnacht bis 23 Uhr arbeiten. 93 Prozent sprechen sich gegen eine Sonntagsöffnung aus und 86 Prozent befürworten Forderungen der Gewerkschaft nach arbeitsrechtlichen Verbesserungen", erklärt der Geschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten Tirol, Harald Schweighofer.

Vor allem Arbeitnehmerinnen dagegen

Kritik kommt vor allem von Geschäften, die in der Innenstadt situiert sind. "Immer mehr Inhaber in der Altstadt nehmen nicht mehr an der Shopping Nacht teil, da sie durch die Beteiligung der Einkaufszentren keinen Sinn mehr darin sehen", ergänzt Schweighofer. Dabei kam überwiegend von den Arbeitnehmerinnen ein klares Nein. "Der Umstand der fehlenden Kinderbetreuung stößt vielen sauer auf. Auch die nächtliche Heimreise ist schwierig. Ein finanzieller Mehraufwand entsteht allein durch die hohen Nachttarife der öffentlichen Nightliner", schildert der Sekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten Tirol, David Schumacher. Diese zusätzlichen Dienste zu verweigern, trauen sich jedoch die wenigsten. "Viele Befragte rechnen mit negativen Konsequenzen, nicht selten sogar mit einer Kündigung", sagt Schumacher.

Auf Zahlen folgen Taten

Die nächsten Schritte sind geplant. "Wir werden die Ergebnisse an die zuständigen Verhandler des Kollektivvertrags weiterleiten. Außerdem suchen wir Gespräche mit dem Stadtmarketing sowie der Wirtschaftskammer", äußert Schweighofer.

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