Fr, 15. Dezember 2017

Quartierssuche

11.09.2015 21:59

Bald 5000 Flüchtlinge täglich?

Die Suche nach steirischen Notquartieren für Flüchtlinge läuft auf Hochtouren; die steirische Polizei ist hier jetzt federführend. Und die bereitet sich auf einen gewaltigen Flüchtlingsansturm vor. Mit bis zu 5000 könnte die Steiermark bald täglich konfrontiert sein, wenn die Hauptroute über Kroatien und Slowenien führt.

Ungarn macht seine Grenze dicht. Die Flüchtlinge werden also gezwungen sein, sich eine neue Route in die EU zu suchen. Die wird über Kroatien und Slowenien in die Steiermark führen.

Manfred Komericky, steirischer Landespolizeidirektor-Stellvertreter, rechnet dann mit bis zu 5000 Flüchtlingen – pro Tag! "Darauf müssen wir in der Steiermark vorbereitet sein. Wir brauchen zum Beispiel dringend Quartiere, besonders in Graz, weil es hier die beste Infrastruktur gibt."

Quartier beim Schwarzl angeboten
Die Suche nach Notunterkünften erweist sich als äußerst schwierig. Die Besitzer des Fliegerhorsts Nittner haben gestern endgültig abgewunken. Im Gespräch war die Neckermann-Halle in Puntigam, doch auch daraus wird nichts. Auch die Vermieter der Annenpassage (Saturn) wollen nicht.

Wer will, ist Klaus Leutgeb, Betreiber des Schwarzl-Freizeitzentrums. Er möchte die Steiermark-Halle zur Verfügung stellen, sieht das als "Dienst an Österreich".

Appell an Grundstücksbesitzer
Am Freitag wurde eine grundsätzliche Einigung erzielt, über finanzielle Details wird heute weitergesprochen. Komericky: "Dort wäre Platz für ca. 500 Flüchtlinge, aber wir brauchen definitiv noch mehr Quartiere. Ich appelliere an Eigentümer von großen Liegenschaften, sich bei uns zu melden."

Im Gespräch ist zudem die Kaserne in Bad Radkersburg. Ab 15. Oktober steht zumindest die Grazer Messe wieder zur Verfügung.

Enteignungen nicht ausgeschlossen
Noch ist es nicht so weit, aber sollte sich die Lage zuspitzen, ist ein Katastrophenalarm nicht ausgeschlossen. Dann könnten Liegenschaftsbesitzer enteignet werden, um Flüchtlingsquartiere zu schaffen.

Und klar ist: Noch fahren die allermeisten Flüchtlinge weiter nach Deutschland – aber auch Deutschland wird seine Grenzen nicht ewig offen halten.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden