Fr, 15. Dezember 2017

Rätsel-Hit im Test

19.09.2015 08:30

Berührendes Game: "Brothers: A Tale of Two Sons"

505 Games hat kürzlich eine überarbeitete Neuauflage des beliebten Rätsel-Abenteuers "Brothers: A Tale of Two Sons" für die PS4 und die Xbox One veröffentlicht, die das gefeierte Indie-Meisterwerk aus dem Jahr 2013 in zeitgemäßer Optik auf die neue Konsolengeneration bringen soll. Wie gut das Adventure auf den neuen Konsolen geworden ist, hat krone.at getestet.

"Brothers: A Tale of Two Sons" erzählt die ebenso fesselnde wie berührende Story eines Vaters und seiner zwei Söhne, die in einem beschaulichen Bergidyll leben, bis der Papa von einer mysteriösen Krankheit heimgesucht wird. Den beiden Burschen – einer schon fast ein Mann, der andere gerade im Volksschulalter – bleibt nichts anderes übrig, als ihren Vater zum Arzt zu bringen und sich auf die beschwerliche Suche nach einem Heilmittel einzulassen.

Emotional erzählte Story
Erzählt wird die wendungsreiche und vor allem zum Schluss hin tieftraurige Story von "Brothers" mit Zwischensequenzen, in denen die Protagonisten in einer fremden Sprache miteinander oder den Charakteren, die sie auf ihrer Reise treffen, sprechen. Obwohl der Spieler dadurch kein Wort versteht, gelingt es den Machern des Spiels dabei, viel Gefühl zu transportieren.

Wenn der kleine Bruder am Bett des kranken Vaters schluchzt oder einem fiesen Menschen auf seinem Weg Grimassen zuwirft, während er ihm etwas zuruft, spricht das auch dann für sich, wenn man das Gesprochene eigentlich nicht versteht. Angenehmer Nebeneffekt: Es kann nichts bei der Synchronisierung schiefgehen.

Adventure mit vielen Rätseln
Spielerisch ist "Brothers: A Tale of Two Sons" ein unkonventionelles Adventure, in dem es zahllose Rätsel zu lösen gibt. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Stärken der beiden Helden, die vom Spieler simultan gesteuert werden, zu kombinieren.

Der größere Bruder ist stärker, kann dem kleineren bei Bedarf über Hindernisse hinweghelfen und nimmt den wasserscheuen kleinen Bruder beim Schwimmen huckepack. Der kleinere wiederum kann sich durch Spalten zwängen, die für seinen großen Bruder ein unüberwindliches Hindernis wären, und auf der anderen Seite Türen für seinen Gefährten öffnen.

Unkonventionelle Steuerung
Herausfordernd ist das vor allem deshalb, weil der Spieler beide Burschen gleichzeitig steuert. Mit dem linken Analogstick und den linken Trigger-Tasten steuert er den älteren, mit dem rechten Stick und den rechten Buttons den jüngeren Bruder. Gerade zu Beginn ist das recht anspruchsvoll, weil man zwei Charaktere gleichzeitig über den Bildschirm lotst und sich entsprechend auf beide zur gleichen Zeit konzentrieren muss.

Auch bei Rätseln ist es zu Beginn schwer, beide Burschen in die richtige Position zu bringen und im richtigen Moment mit dem richtigen Bruder die korrekte Aktion auszuführen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die ungewohnte Steuerung – und betrachtet sie zunehmend als Herausforderung.

Einen angenehmen Nebeneffekt hat das ungewohnte Bedienkonzept ebenfalls: Wer mag, kann "Brothers" zu zweit am selben Controller spielen. Ein ungewöhnliches, aber gleichzeitig auch interessantes Erlebnis.

Coole Spielwelt, interessante Charaktere
Dass "Brothers" dem Spieler nachhaltig in Erinnerung bleibt, verdankt der Titel nicht nur seiner emotionalen Handlung und der ungewöhnlichen Steuerung, sondern auch der atmosphärischen und abwechslungsreichen Spielwelt. Die erscheint anfangs noch wie eine unspektakuläre Mittelalterwelt, offenbart aber schon nach kurzer Spielzeit, mit wie viel Leben sie gefüllt ist. Immer wieder treffen die zwei Burschen auf ihrem Weg auf denkwürdige Charaktere und Fabelwesen, die allzu oft nicht das sind, als was sie zunächst erscheinen.

Da tummeln sich mächtige Trolle, die zunächst furchteinflößend wirken, dem Brüderpaar auf seiner Reise letztlich aber helfen, ebenso wie nur auf den ersten Blick freundliche Gestalten, die zunächst helfen, im Verlauf der Geschichte dann aber plötzlich zu Schurken werden.

Optik solide, Akustik sehr stimmig
Die abwechslungsreichen Charaktere, denen die zwei Burschen auf ihrer Reise begegnen, täuschen schließlich auch über leichte optische Schwächen des Games hinweg. Man sieht "Brothers" nämlich durchaus an, dass es sich um ein Next-Gen-Remake und nicht um ein Spiel handelt, das für die neue Konsolengeneration entwickelt wurde. Texturen, Charaktermodelle und Licht- und Wassereffekte hat man auf der PS4 schon schönere gesehen, das sei dem Game angesichts seiner anderen Stärken aber ausdrücklich verziehen.

Akustisch ist "Brothers: A Tale of Two Sons" ein ebenso rundes Paket wie spielerisch. Der Soundtrack passt zum Setting und untermalt das Spiel passend und unaufdringlich. Die Vertonung in fremden Zungen wirkt zunächst eigenartig, nimmt den Charakteren aber nichts von ihrer Liebenswürdigkeit und ist uns allemal lieber als eine missratene deutsche Synchronisierung. Und die Soundeffekte in der Spielwelt sind ebenfalls gut getroffen.

Fazit: Wer "Brothers: A Tale of Two Sons" bei seinem ersten Erscheinen verpasst hat, sollte die Gelegenheit nutzen, das Game nun auf der neuen Konsolengeneration zu erleben. Die berührende Story, gepaart mit abwechslungsreichen Rätseln und fordernder Steuerung, entfaltet im Spielverlauf eine ganz besondere Faszination, die bis zum erinnerungswürdigen Finale des Games aufrechterhalten werden kann. Prädikat: Erlebenswert!

Plattform: PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: 505 Games
krone.at-Wertung: 9/10

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