Fr, 15. Dezember 2017

Stubachtal

01.09.2015 20:47

Neuer See statt 60m dicker Gletscherzunge

Die Gluthitze der letzten Wochen ließ auch die Gletscher im Rekordtempo schmelzen. Bestes Beispiel: Das Stubacher Sonnblickkees im Pinzgau verlor heuer unglaubliche 2,1 Millionen Kubikmeter Masse. Wo noch vor wenigen Jahren die Gletscherzunge 60 Meter dick war, erstreckt sich jetzt ein 410 Meter langer See.

Heinz Slupetzky, der Pionier der Gletscherforschung in Salzburg, hat sogar schon einen Namen gefunden: Unterer Eisbodensee taufte der Geograf das Gewässer am Stubacher Sonnblickkees. Auch vermessen ist dieser See bereits, aus dem Eiswände zwei bis acht Meter hoch aufragen. Erst wenn dieses Eispaket abgeschmolzen ist, steht die endgültige Uferlänge fest. Derzeit schwimmen viele kleine Eisberge im See. Bei den Messungen für den Hydrografischen Dienst des Landes stellte Slupetzky fest: Der Gletscher hat heuer im Sommer unglaubliche 2,1 Millionen Kubikmeter an Masse verloren - das sind 2,1 Milliarden Liter Wasser, die weg geschmolzen sind!

Gletscher ist seit 2003 massiv geschrumpft
"Das klingt viel, ist aber weit weniger als im Sommer 2003", weiß der Gletscherkundler. Damals verlor das Stubacher Sonnblickkees sogar vier Millionen Kubikmeter - fast doppelt so viel. Der Grund dafür ist erschreckend: Die Schmelze war nur deshalb nicht ärger, weil der Gletscher seit 2003 viel kleiner geworden ist und deshalb in höheren und kühleren Regionen endet.

Slupetzky rechnet es vor: Seit 1992 hat der Gletscher 40 Millionen Kubikmeter Eis verloren - das ist ein Eiswürfel, der 1 km breit, 1 km lang und 40 Meter hoch ist. Positiv aus Sicht der Forscher: Wenn diese Woche das Wetter umschlägt, gibt es im Hochgebirge vermutlich Schnee, "damit ist die ärgste Leidenszeit der Gletscher vorbei", so Slupetzky.

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