Di, 21. November 2017

Behörde lenkt ein

07.08.2015 16:07

Traiskirchner Familie will Flüchtling aufnehmen

Faredoon ist 16 Jahre alt, geflohen aus Afghanistan, gestrandet im niederösterreichischen Traiskirchen. Es wird viel diskutiert über die Zustände im dortigen Lager: über ein menschenunwürdiges Dasein der Asylwerber und das Problem, dass offenbar niemand bereit ist, notleidende Flüchtlinge aufnehmen zu wollen. Eine Familie aus Traiskirchen wäre es, doch der Weg dorthin ist ein steiniger. Die Behörde lenkt nun ein.

Seit Wochen läuft Anita Schwab von Pontius zu Pilatus, denn sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt und will es auch durchziehen: Die 40-jährige Frau aus Traiskirchen will einen jungen Menschen bei sich aufnehmen, ihn ins Familienleben integrieren. Doch die Mühlen der Behörden mahlen langsam. "Es ist niederschmetternd", sagt die zweifache Mama. "Im Innenministerium will niemand zuständig sein, vom Land Niederösterreich wurde mir gesagt, dass wir Faredoon nicht aufnehmen können."

Auf "Krone"-Anfrage wird die Causa um den Minderjährigen geprüft. "Von unserer Seite soll es hier kein Hindernis geben", heißt es. Für Anita Schwab eine gute Nachricht: "Wissen Sie, wir sind nicht reich. Verantwortung, Aufsichtspflicht, seine Flucht, eine andere Sprache, Heimweh, eine andere Religion" - das alles sei eine enorme Herausforderung mit dem "neuen Familienmitglied". Einlassen wolle man sich aber darauf. Denn im Camp gebe es nur eines: Schlägereien, Drohungen, Diebstahl. "Faredoon erzählt auch von K.-o.-Sprays im Lager. Wir wollen ihn aus dieser Lage dort befreien", so Schwab.

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